|  2009-07-03
Von Falk Kagelmacher @ 02:40 Gestern war im Opposite House eine kleine Ausstellungseroeffnung:
Feng Shu - Soloexhibition Post Period Insect.
Ich fand die Sachen im Detail sehr gut gemacht, sinnfrei und dekorativ. Haette zu gern erfahren, was der Kuenstler sich dabei gedacht hat. Aber er war schon weg. Dafuer war die ganze Bande bekannter Gesichter da, die sich den Abend frei von jeglicher schwerer Kunst hat sehr gut gefallen lassen.
Das Opposite House bot einen sehr schoenen Rahmen fuer die kleine Party. Angenehme Atmosphaere, ruhig und gut gestaltet.
Von Falk Kagelmacher @ 02:28 Hier am Brauereiwagen der 1308 Dreikronenbrauerei, steht an der Seite schoen in alten Lettern “Dreikronen 1308” - auf der anderen Seite leider spiegelverkehrt. Wir sehen hier ein klassisches Beispiel von interkulturellen Kommunikationsproblemen.
Wer boese denkt, sieht sich hier naemlich wieder mal bestaetigt, dass die hier nicht mitdenken.
Weit gefehlt, denn ich seh’ sie vor mir, die angeblich vernagelte Belegschaft der Schreinerei, die den Auftrag bekommen hat, diese komischen Dekoelemente auszusaegen und auf den Wagen zu kleben. Die haben sich die Sache naemlich genau angesehen, und die Lettern nicht als solche verstanden, sondern als Zierde - und haben diese Deko schoen gespiegelt, damit es auf beiden Seiten gut aussieht. Ich finde das sehr gut und feinsinnig mitgedacht. man haette es den Burschen halt nur sagen muessen, dass es keine Dekoelemente sind, sondern Lettern, dann haetten sie’s schon verstanden.
2009-05-18
Von Falk Kagelmacher @ 06:09 Die aus Funk und Fernsehen bekannte Koelner Karnevalskapelle “Vajabunde” oder auf Hochdeutsch die Vagabunden, sind auf Privattournee in Peking (Link). Unser Stammlokal “Der Landgraf” in Peking feiert sein 10 jaehriges Jubilaeum, und der deutsche Scheff des Hauses seinen Geburtstag. Der Scheff ist in Koeln kaum wegzudenken, so hat er doch dort fast jedes Brauhaus eingerichtet. Er und sein Chinesischer Partner haben auch die Pekinger Szene fest im Griff. Im Landgraf gibt es verlaesslich Reissdorf-Koelsch - frisch und allerhand Biersorten, die es in China eher selten zu trinken gibt. Die Kueche ist sehr ordenlich, ich hatte ja schon des oefteren Berichtet. Das deutsch-chinesische Scheffgespann ist so dermassen gut vernetzt hier in Peking, dass es wohl nun bald zwischen dem Schwimmstadion und dem Vogelnest einen neuen Biergarten geben wird. In der zukuenftigen Lokalitaet wurde am Wochenende schon mal vorgefeiert. Die Vajabunde haben eines ihrer koelner Lieder eigens ins chinesische Uebersetzt und vor begeistertem Publikum beinahe fehlerfrei vorgetragen - sogar verstaendlich, wie mir meine chinesische Begleitung freundlich versicherte:
Wir sind Freunde, trinken zusammen... Women dousche Pengjau - zai idschi Chhei.
Wir verbrachten den heiligen Sonntag vormittag also im Freundeskreis, mit Reissdorf-Koelsch, Grill, Karnevalsmusik und uebriggebliebenen Christstollen, den eine begeisterte Chinesische Dame herumgehen liess.
Wie gern wuerd ich das Video zum Lied hier einfuegen - aber Youtube is mal wieder gesperrt in China, also Geduld...


2009-03-17
Von Falk Kagelmacher @ 08:15 Yan Jun - aktiv im Bereich Elektro-Acustics and Video-Performance, auch bekannt durch sein Blog -Subjam- und die Live-Buehne -Dos Kolegas- hat heute ein Rundschreiben per Email verschickt. Seine Webseite ist wohl derzeit nicht aufrufbar...
Es ist ein bisschen knapp, aber wer Lust hat auf einen interessanten Abend im DosKolegas ist herzlich willkommen. Die Vorfuehrungen sind allemal sehenswert.
March 17th (tonight), PM 8. 2Kolegas Bar (www.2kolegas.com), a speciall issue of Waterland Kwanyin. Mafeisan, Walnut Room and Li Jianhong + Li Tieqiao + Yan Jun will play: http://www.douban.com/event/10561452/
all performers will sell their equipments after the show. audience are encouraged to bring their 2nd hand stuff for trade.
March 19th, PM7, a show at Today Art Museum (www.todayartmuseum.com) about voice: Echo Ho (voice and real-time digital transformation), 8GG (digital ineteractive instrument), Yan Jun (voice and space feedback). from PM1 you can visit installations by 8GG and other artists. see poster for more information (English): http://www.douban.com/event/10569669/
March 21st and 22nd, yes, you may know it will be Sally Can't Dance the super dense new music festival at D22 Bar (www.d22beijing.com): http://www.douban.com/event/10503893/
specially, welcome to see: Yan Jun + Li Zenghui (PM 3 of 21st); Yan Jun + Wu Na (PM 2:30 of 22nd)
March 31st, PM 8, another speciall Waterland Kwanyin will takes place at 2Kolegas Bar: Sin:Ned from Hong Kong and Douglas Lee from Chengdu will show up.
big news of April, Otomo Yoshihide, Sachiko M, FEN (Otomo Yoshihide from JP, Ryu Hankil from KR, Yuen Cheewai from SG and Yan Jun from CN). they will play at 2Kolegas Bar (PM 8 of 11th), and Iberia Art Center (www.iberiart.org) (PM3:30 of 12th):
http://www.douban.com/event/10531563/
http://www.douban.com/event/10534750/
......END...but not end. see you while things happen...
2009-02-13
Von Falk Kagelmacher @ 03:48 Gestern hat es es sich dann tatsaechlich ein wenig eingenieselt. Und zwar so sehr, dass ich meinen Regenschirm ausfuehren konnte. Ich habe mir letztes Jahr einen Regenschirm anfertigen lassen, der nun brav seine Dienste tut. Ich habe in den vergangenen Jahren in Peking eine Reihe von Regenschirmen-Notkaeufen getaetigt. Kaum regnet es, stuerzt man in die Laeden, und kauft fuer 1 - 2 Euro einen Schirm, der mit Muehe und Not bis zum Abend durchhaelt - oft sind die Dinger geziert mit Rueschen und grell-gruenem Haekelmuster, sodass man sich ohnehin gerne am Abend dem Ding entledigt.
Ich bin zwar gewissermassen ein “High-Tec Addict” aber in meinem Kaufverhalten bin ich schrecklich konservativ. Und so habe ich mit dem Schirm ein Zeichen gesetzt. Ich finde es toll, dass sich jemand hinsetzt, und mit einer gewissen professionellen und traditionellen Freude ein Produkt schafft, das Bestand haben soll. Der Schirm ist stabil, sieht aus, wie man sich einen Schirm vorstellt - der Vater aller Schirme sozusagen - und wurde auf meine Beduerfnisse hin hergestellt. Die Firma in London, die seit 170 Jahren Schirme fuer den Gentlemen herstellt, nahm mein Geld, einer dort ging in den Wald, suchte eine englische Eiche, werkelte ein Monat rum, und schickte mir den Schirm. Ohne Rechnung, ohne Garantie, nix. Wenn der Schirm kaputtgeht, wird er selbstverstaendlich repariert - auf Lebenszeit. Mein alter Freund Paul Stone aus Hong Kong, ein gekonnt heruntergekommener Rentner im Vordiplom an der Hong Kong University kam mit seinem abgewetzten Safari-Anzug zur Vorlesung. Alt, fadenscheinig, aber gebuegelt und gestaerkt. Unterm Arm hatte er seine, ebenfalls in London hergestellte Aktentasche. Er sagte, die habe er nun seit 40 Jahren. Wenn sie mal nachgebessert werden muss, oder ein neues Futter muss rein, dann geht er nach London und laesst sie reparieren. Er sagte uebrigens auch, dass seine Freundin juenger ist als sein Schirm.
Davon habe ich mich inspirieren lassen. Und so erzaehle ich meinen Freunden hier, die Geschichte meines Schirms. Die denken zwar, ich hab sie nicht alle, aber sie sehen den Schirm mit anderen Augen an - man kann durchaus einem alltaeglichem Gegenstand mit Respekt und Freude begegnen...

2008-11-28
Von Falk Kagelmacher @ 00:32 Ich erzaehle noch eine Geschichte aus Hong Kong und dann ist’s Schluss, gell ...
Bevor ich wieder heim nach Peking bin, habe ich mich ersteinmal noch mit Kaffe versorgt. Vor langer, langer Zeit als Student an der dortigen Universitaet, hat mich die Hausmischung Feingemahlen von der Olympia Greco Egyptian Coffee Ltd. durch die unzaehligen Nachtschichten gebracht. Ich hatte mir ebenfalls eine pfiffige Zweitassen-Doppel-Espressomaschine plus passender Herdplatte zugelegt, sodass ich am Arbeitsplatz schnell mal einen hervorragenden Kaffe brauen konnte. Ich habe gestern vor der Abreise noch schnell den Laden besucht. Es gibt ihn immer noch. Seit 1959 (!!) verkauft Herr Ho seinen Kaffee hier. Zuerst auf der anderen Strassenseite, seit 15 Jahren hier in der 24 Old Baily Street, gleich oberhalb der Hollywood Road und dem Viktoria Gefaengnis. Er hatte gerade Geburtstag, runde 80 ist er geworden - und er wird nun ein bisschen muede. Vor 20 Jahren sagt er, wollte sein Vermieter den Lade an ihn verkaufen - fuer 1.2 Millionen Hong Kong Dollar, was so etwa 120 000 Euro sind. Heutzutage ein Schnaeppchen, weil die Gegend derzeit eine Bluete erlebt, wie sonst was. Das Geschaeft von Herrn Ho laeuft so so... Frueher belieferte er eine Reihe von Cafes in der Nachbarschaft, aber diese werden mittlerweile von Grossfirmen beliefert. Wenn man der Presse glauben darf, belieferte er das Penninsula Hotel, seinerzeit der Erste Haus am Platze, das Mandarin Oriental, sein Kaffee hielt ausserdem die US Navy waehrend des Vietnam Krieges wach - der hat was erlebt der Mann.
Herr Ho meint er wartet die naechste Runde der Verhandlungen mit seinem Vermieter ab. Soweit plant er bis zum Ende des naechsten Jahres weiterzumachen. Dann hat er das halbe Jahrhundert voll...

2008-05-27
Von Falk Kagelmacher @ 04:15
Im National Art Museum of China, dem NAMOC wird bis Anfang Juli eine grosse Gerhard Richter Ausstellung gezeigt. Wir waren kuerzlich in Deutschland in Baden-Baden und wollten dort die Ausstellung besuchen, haben es aber wegen des zu grossen Andrangs wieder aufgegeben. Nun versuchen wir es eben hier in Peking.
Gerhard Richter NAMOC (http://www.namoc.org/)
14. Mai bis zum 2. Juli 2008-01-03
Von Falk Kagelmacher @ 01:12 Am Wochenende in 798 sah ich ein paar Exponate eines Kuenstlers, eines gewissen Herrn Komaki, der seine ganz persoenliche Interpretation zum neuen CCTV-Hochhaus zum besten gab - nicht schlecht:
2007-06-21
Von Falk Kagelmacher @ 11:52 ich hab ja vorhin geschrieben, dass ich noch was zu dieser Performance-Art vom vorigen Wochenende sagen wollte. Ich hab ne Weile ueberlegt, ob und wie ich es hier reinbringe, aber sagen wir mal so, um eine Diskussion ueber momentane Kunst in Peking zu fuehren, dazu war diese Performance dann schon gut. Ich meine, Kunst darf ja stoeren, aufruetteln, diskussionen anzetteln- - Kunst muss nicht nur schoen und artig sein. Aber was wir am vorigen Wochenende besprochen hatten, war mehr als nur ob es aufruettelt oder wie weit es gehen muss. .. naja ich beschreibs mal:
Ein Kuenstler hat eine Performance gegeben, wo ein paar junge Damen, unbekleidet wohlbemerkt - wie auch sonst, sich chinesische Kalligraphiepinsel eingefuehrt hatten. Uebers Papier gegraetscht, und heftig gewackelt haben die Damen dann traditionelle Gedichte in alter Schriftweise aufs Papier gehueftelt.
Das Ergebnis konnte sich sehen lassen.. aber die Prozedur, so interessant sie auch klingen mag, war nicht ansprechend. Und wie gesagt, die Sache regte ein Gespraech ueber Sinn und Inhalt dieser Performance an. War ja vielleicht auch der Zweck des Kuenslers...



Von Falk Kagelmacher @ 01:53 Am letzten Wochenende haben wir mit Freunden gemeinsam zusammen gesessen, und ein paar Ausstellungen und Vorfuehrungen angesehen - davon spaeter. Ich wollte nur mal eben noch ueber unsere Freunde was loswerden. Jiao Ying Qi, der Herr im Blaugestreiften ist mit seinen Kunstwerken und Installationen ziemlich bekannt.

Er erzaehlte eine kleine Geschichte aus seiner Vergangenheit:
Als er 16 jahre alt war, wurde er und seine Familie vor eine Entscheidung gestellt. Eines der beiden Kinder duerfe auf die Uni, wenn das Andere aufs Land ginge, um sich dort unter Bauern einer Umbildungsmassnahme zu unterziehen. Das war so ueblich waehrend der Kulturrevolution, dass intellektuelle Buerger auf Land geschickt wurden, um das wahre Arbeiter- und Bauernleben kennenzulernen. Jiao Ying Qi ist also mit 16 und seinem Ranzen aufs Land gezogen, um fuer ein Jahr mit den Bauern zu arbeiten, und so seine intellektuellen Flausen zu vergessen. Er hat aber immer mal wieder Zeit gefunden, auch dort unter ziemlich rauhen Verhaeltnissen doch noch zu malen. Gemeinsam mit den beiden Damen, hier auf dem Photo, hat er Theaterstuecke fuer die Bauern aufgefuehrt.

Das kann man sich ruhig ein bisschen rustikal vorstellen. Das ganze ist ueber 30 Jahre her, und damals auf dem Land war das Leben doch recht rauh.
Danach ist er zurueckgekehrt, den Kopf immer noch voller Flausen, und hat Kunst studiert. Heute ist er ein weithin bekannter Kuenstler...
Ich hab den Geschichten so zugehoert, und es war doch recht unverstaendlich, was die hier so in den letzten Jahren alles durchgemacht hatten.
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