|  2009-08-06
Von Falk Kagelmacher @ 01:30 Ich kenne dies Hawker’s Food aus Hong Kong - in Singapore ist es wohl so aehnlich:
kleine private Koeche rumpeln zu Beginn der Abenddaemmerung durch die heissen, engen Gassen der Stadt und schmurgeln in ihren transportablen Kuechen allerlei Ueberraschungen fuer den hungrigen Passanten - und hungrig musste man sein! Die Polizei und die Hygieneueberwachung versuchte seit langem dem heimlichen Gebruzzel den Hahn abzudrehen. Einige dieser mobilen Kuechen in Hong Kong waren eher abenteuerlich - aber das ist ein andres Thema, Ich komm drauf, weil ein begeisterter Singapurer hier um die Ecke in seinem Restaurant ebendies Hawker’s Food anbietet - einfache Kleinigkeiten die zur Not haetten auch auf der Strasse zubereitet sein koennen.
Der Laden ist eine Wonne: wer schon mal dort war - in Singapur - erkennt das Design, leichte Farben, Resopal-Design, Kachelfussboden, hohe Decke mit Ventilator - alles wirkt echter als die meisten ueblichen huebsch dekorierten Restaurants. Das kommt wohl daher, dass der Chef es ernst meint. Der Bursche verkauft nicht nur Essen, er vermittelt Gefuehl. Geht mal hin, es ist eine andre Welt. Gutes Essen hat er, Singapurer Kueche - eine Mischung aus Sued-Ost Asien, sehr angenehm. Und sauber ist der Laden - unglaublich.
Diagonal gegenueber der Deutschen Botschaft. Auf der Xindong Lu, genau an der Ampel:
Lau Pa Sak
Tel: 010 6417 0952
Commercial Building, Xingfu Ercun.
Laupasak@sohu.com
2009-07-09
Von Falk Kagelmacher @ 04:30 In Peking gibt es schon eine Weile Sex-Shops. Das ist nichts Neues, seit mehreren Jahren sind die ein alltaegliches Bild. Meistens mit dem Charme einer Apotheke und Bedienungen dementsprechend gekleidet in ernstgemeinter Schwesterntracht und Haeubchen vekaufen sie allerlei “Health Care Products”...
Ein neues Geschaeft, welches die Sache von der angenehmen Seite anpackt hat kuerzlich gegenueber vom Arbeiterstadion Osttor aufgemacht. Die junge Besitzerin hat es mit ihrem Geschaeft bis in die South China Morning Post / Hong Kong gebracht, wo sie und ihre menschenfreundliche Initiative lobend erwaehnt wurde. Sie sagte, sie sei mit dem Verkauf mindestens ebenso beschaeftigt, wie mit dem Kundendienst der unweigerlich darauf agbefragt wird: viele der Kunden wuerden spaeter anrufen, mit der Frage, was sie eigentlich gekauft haetten, und wie und wo man es verwendet...
2009-02-10
Von Falk Kagelmacher @ 02:13 Am Wochenende gabs grosse Karnevalsfeier im Landgraf in Peking. Der Landgraf ist eine eher unscheinbare Erscheinung in der Pekinger Kneipenszene, aber dennoch eine Institution. Hinter den Kulissen des Restaurants werkelt ein weltumspannendes Grossunternehmen, wobei das Restaurant nur der kleinste Teil ist. Wenn man Beispielsweise mit der Ersten Klasse von China nach Deutschland fliegt, bekommt man das Essen von ebendiesem Restaurant serviert. Dort wurde am Wochenende also, unbeachtet aller tatsaechlichen Karnevalstermine, gross gefeiert. Diese Karnevalsparty findet seit mehreren Jahren statt, aber nun erst laeuft die Sache an. Am Wochenende war der Laden brechend voll. Scharen von Chinesen kamen, um sich die sonst so bierernsten Deutschen anzusehen, wie die sich in die unmoeglichsten Kostueme stürzten, und wild zu Koelner Karnevalsmusik tanzten... Das sieht man nicht alle Tage! Aber auch die chinesischen Gaeste haben sich ungeachtet vollkommener Unkenntniss ueber den Hintergrund des Kanrevals in Kostueme geworfen und hoppelten munter mit. Von unserer Botschaftsgattin wurde eine chinesische Karnevalsprinzessin gekuert, die dann per VIP-Paket komplett mit Verkleidung nach Koeln transportiert wird, wo sie dann vorne auf dem Wagen Kamellen schmeissen darf - die weiss noch gar nicht, was auf sie zukommt.
 
2008-11-20
Von Falk Kagelmacher @ 13:48 Ich zitiere eine Mail, die heute ins Haus kam:
To make room for all the new international art titles we just purchased at this year's Frankfurt Book Fair, Timezone 8 (Shanghai M50) is happy to announce a limited time offer of 50% off all imported titles in the store. Don't miss this opportunity.
Robert
Timezone 8 Books and Cafe (Shanghai M50)
No. 108, Bldg 3
No. 50 Moganshan Rd.
Shanghai, China 200060
T: (021)6227 1467
F: (021)6227 1457
bei diesem Timezone 8 handelt es sich wohl um die Shanghaier Dependance, was das einkaufen in Peking ein bisschen erschwert. Aber es lohnt sich mal vorbeizugehen. In Peking oder in Shanghai. Timezone 8 ist eines der besten Geschaefte mit einer grossen Auswahl von Kunst - und Arcnitekturbuechern. In Peking zu finden in Factory 798...
2008-08-15
Von Falk Kagelmacher @ 01:54 Ich habe von meiner Wohung einen guten Blick ueber das Arbeiterstadion, wo derzeit die Qualifizierungen im Fussball ausgetragen werden. Alles in Ordnung, sieht gut aus, Stadion ist voll, aber irgendwas stimmt da mit dem Publikum nicht - warum ist es denn so leise dort drueben? Kein Geschrei, kein Laerm, direkt beaengstigend die Sache. Man begnuegt sich mit AHHH, und OHH, wohingegen frueher jeder Ballwechsel mit einem saftigen Ausdruck aus dem Tierleben begruesst wurde. Besagter Schlachtruf beschreibt jenachdem wer den Ball hat die Vorzuege oder die Nachteile der Geschlechtsteile einer Kuh und galt als beruechtigter Schlachtruf der Pekinger Fans. Schon klar, weil es ja ein olympisches Spiel ist, und die halbe Welt zuguckt haelt man sich zurueck. Aber es fehlt die Herzlichkeit, die frueher aus 70 000 Kehlen freudig die Landwirtschaft mit ins Spiel brachte. Als das Spiel rum war, sind alle 70 000 Zuschauer ohne einen Mucks irgendwie verdunstet. Ratzfatz war das Stadion leer - Licht aus, Tuer zu. Ums Stadion war weniger los, als an einem ganz normalen Wochenende, wenn die Bars dort offen haben.
Alles ganz gesittet also, und Laermfrei. Komisch und ein bisschen Langweilig, Fussball ohne Laerm.
2008-07-21
Von Falk Kagelmacher @ 02:07 Seit gestern gilt in Peking ein alternierendes Fahrverbot - Autos mit geraden und ungeraden Kennzeichen duerfen nur jeweils an geraden oder ungeraden Tagen fahren. Gestern am Sonntag fuehrte dies zu urlaubsaehnlichen Gefuehlen. Traumhafte Ruhe legte sich ueber Peking. So auf die Schnelle aendert sich die Luftqualitaet nicht, aber wenn erst mal die Haelfte aller Autos daheimbleiben, muss sich die Luft verbessern.

2008-07-01
Von Falk Kagelmacher @ 02:36 Beim Kicken letzte Woche hat ja Spanien den Pokal mit nach Hause genommen. Das ist ja mal eine Tatsache. Aber hier in China lag des Volkes Herz bei der Deutschen Mannschaft. Ich staune, wie die Chinesen den Fussball verfolgen und wie die das Deutsche Team moegen. Die Spiele wurden hier um 02:45 Morgens uebertragen, und dann im Fernsehen reichlich diskutiert. Jeder Taxifahrer konnte alle Namen der Deutschen Mannschaft aufsagen. Wieder Mal fuehlen sich die Chinesen bestaetigt, dass die Deutschen es drauf haben obwohl die Jungs nicht Erster geworden sind. 2008-06-03
Von Falk Kagelmacher @ 02:06 Gleich gegenueber der Sanlitun Barstrasse, hinter der Pacific Century Shopping Mall, wenn man durch den Hinterausgang rauskommt, steht man vor einer neuen Angelegenheit, die erwaehnenswert ist. -1949 The Hidden City-. Eine Sammlung von modern renovierten Courtyards, locker und grosszuegig angelegt, mit mehreren verschiedenen Restaurants und Bars und der obligatorischen Galerie. Nudelsuppe und Pekingente, dazu eine erstaunlich schoene und ruhige Umgebung im Herzen des Trubels. Die Designer hatten ein feines Haendchen, was sich ganz gut auf die allgemeine Stimmung auswirkt. Die Bar ist noch nicht eroeffnet, die grosse Eroeffnung steht noch aus. Bis dahin verirren sich anscheinend nur wenige in dies Viertel. Sehr angenehmes Plaetzchen, zumal gestern, also am 1. Juni erstmal das Wetter wirklich ausnehmend schoen war, und die Temperaturen bei angenehmen 25 Grad lagen.


2008-05-04
Von Falk Kagelmacher @ 12:43 Am Wochenende wurden in Peking in der Verbotenen Stadt die letzten 100 Tage bis zum Anpfiff der Spiele eingelaeutet. Mein Star, Jackie Chan, und eine handverlesene Schar bekannter Interpreten gaben vor ebenso handverlesenem Publikum ihr Bestes. Ich habe das Geschehen aus sicherer Entfernung im Fernseher beobachtet, so etwa, wie ich die Spiele auch geniessen werde. Ich habe zwar versucht ueber meinen Arbeitgeber an Tickets ranzukommen, aber bei dem halbherzigen Versuch ist es auch geblieben.
Zur Zeit werden alle wichtigen Austragungsstaetten mit der "Good Luck Beijing" Initiative Voreingeweiht. Oder auf etwaige Schaeden unter realistischen Bedinungen getestet. Vorige Woche fanden im Vogelnest die Wettkaempfe im Gehen statt. Die Sportler durften sich zu den Bedinungen aeussern. Unebener Boden, war zu hoeren, und kleine Wasserschaeden waren zu sehen... Nichts bewegendes, denke ich, weil dem Zufall ueberlassen sie hier nichts, was die olympischen Spiele angeht. Die wichtigen Sportstaetten sind alle fertig, die Organisation laeuft, es wird schon. In der "South China Morning Post" etwa lese ich, dass die Spiele nicht nur ein Quell von Stolz fuer das chinesische Volk sind, sondern auch ein Sport Event... Na denn.
Hier im Bildchen zu sehen, wie der Jackie Chan gerade sein Lobliedchen traellert:
2008-02-05
Von Falk Kagelmacher @ 16:15 Wie im Artikel weiter unten bereits erwaehnt, ist das gerade stattfindende Fest das wichtigste Familienereignis in China. Und wird von den Chinesen begeistert gefeiert. Weihnachten hier ist zwar schoen und gut, aber zur Sache gehts jetzt erst. Seit Wochen bereitet man sich in den Firmen auf dies Fest vor. Dass dabei die Arbeit manchmal ein bisschen drunter leidet, wird allgemein akzeptiert. Am vorigen Freitag hat mein Bureau alle Angestellten zusammen zu einem bunten Nachmittag eingeladen. Wir sind eine kleine aber wichtige Firma des Bauministeriums, nur so um die 500 Leute. Heute Mittag war fuer ein paar der wichtigeren Abteilungen nochmal ein extra Mittagessen anberaumt. Generalstabsmaessig geplant das Ganze. Zu recht, wie mir spaeter aufgefallen ist. Weil zum Essen gabs diesen beruehmten chinesischen Schnaps - Flaschenweise. Die gesamte Belegschaft wurde dann nach dem Mittagessen mit den vorher gemieteten Bussen wieder ums Eck zurueck in die Firma gefahren - Sie waeren jetzt alle viel zu besoffen zum heimfahren, wie mir mein Kollege sagte, sie gehen zurueck ins Bureau, und ruhen sich aus, bis zum Feierabend. Getrunken wurde reichlich - gemaess den Gepflogenheiten muss Jeder mit Jedem Anstossen, da kommt schon ganz schoen was zusammen. Jede staatliche Firma hat einen Repraesentanten der Kommunistischen Partei, der gleichrangig mit dem Vize-Direktor die Firma leitet, dieser Kollege so darf man sich das Bildlich vorstellen, hing am meinem Revers, hielt mir die Hand und gab seiner Freude Ausdruck, dass wir ja eigentlich auch ein einig Volk von Bruedern sind, wie die Schweizer es ausdruecken. Wir Deutschen und wir Chinesen, meinte er, weil Marx ist nun mal Deutscher, und der hat schliesslich den chinesischen Kommunismus gepraegt... Ja, so stehe ich dann da, mein Direktor treu an meiner Seite, meine Kollegen mit Traenen der Ruehrung in den Augen, und alle gemeinsam torkeln wir, schnapsbeseelt einer strahlenden Zukunft entgegen...
Um 14:30 bin ich nach Hause, wo ich mich erstmal hinlegen musste.

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