Remaking the Things - Buchrecycling

[BuchReCycling]

Eifrige Leser kennen meinen kleinen Wettbewerb um die Weitergabe eines Buches im Rahmen des Versuches die Welt zu retten (Link). Der gegenwaertige, glueckliche Gewinner wurde letzte Woche in einem feierlichen Rahmen im “Tree” - was sich ist eine Bierpinte im Herzen Pekings, mit dem Buch geehrt. Herr K. aus P. (Herr mit Bart) uebergibt waehrend einer feierlichen Zeremonie das Buch an den gluecklichen Gewinner, Karl-Otto Sojahuhn (Name der Red. geaendert, der Herr mit Bart). Herr Sojahuhn wird das Buch nach Gebrauch weitergeben. Interessierte Leser sind weiterhin angehalten, die Kommentare zu verfolgen, um die grossartige Chance zu erhalten, dies Buch als naechstes zu bekommen - und es neuen Aufgaben zuzufuehren. Herr Sojahuhn ist aus Film und Internet weithin bekannt mit seinem Blog http://sojahund.wordpress.com/ - leider ist dies grossartige Schaffen aus China heraus nicht erreichbar, was ziemlich sicher nur auf den grossen internationalen Erfolg des Blogs zurueckzufuehren ist.

2heros 

Wir werden versuchen, den weiteren Wettbewerb auf den beiden Seiten zu Dokumentieren. Hier im Blog unter der Kategorie: BuchReCycling (brc).

Wer kann Gewinnen?

Derjenige, der sobald der vorige Benutzer des Buches mit dem Buch fertig ist, der zuletzt einen Kommentar unter der Rubrik BuchReCycling verfasste, der bekommt das Buch umgehend aufs Auge gedrueckt - mit der Bitte es gleichzutun und nach Gebrauch weiterzugeben. Gell?!

und der Gewinner ist....

[BuchReCycling]

Seit einem Monat - oder mehr, liegt ein Stueck Plastik bei mir auf dem Fensterbrett und verdingt sich hervorragend als Stopper, zum Fensteraufhalten. Dies Stueck Plastik ist praktischerweise in duenne Scheibchen geschnitten, sodass sich eine beinahe Stufenlose Anpassung des offenen Fensterspaltes herstellen laesst. Fuer Notfaelle sind die duennen Scheibchen obendrein noch bedruckt. Vorne und Hinten sogar in Farbe...

Ich drohte vor einem halben Jahr an, demjenigen das Ding zuzuschicken, der mir einen Kommentar schreibt, sobald es seinem urspruenglichen Zweck genuege getan hat - naemlich die Scheibchen reihenweise durchzulesen.

Tja, und nun ist es soweit, ich muss mich davon trennen.

Ich habe das Buch durchgelesen, der derzeit letzte Kommentar kommt von:
sOjahund - http://sOjahund.wordpress.com/

- freut mich, Sojahund! Ich glaube bei Dir ist es jetzt erst mal in guten Haenden -

und der bekommt das Werk nun. Mit der Bitte, dass er, sobald er mit dem Durchlesen fertig ist, es mir gleichtut, und es weitergibt. Ich will versuchen das Buch so oft wie moeglich zu verwenden - es geht um nichts geringeres, als Plastikmuell zu vermeiden und die Welt zu retten. Ich bitte ihn uns hier auf diesem Blog auf dem Laufenden zu halten. Mal sehen, was fuer Erlebnisse dieses Buch noch so hat?


Sobald er sich an das sehr anschmiegsame Plastik gewoehnt hat, schreibt er seine Gedanken hier ins Blog, und der betreffende letzte Kommentator bekommt das Ding zugeschickt. Stichwort: "Remaking the Way we make Things".

William Mc Donough & Michael Baumgart

Cradle to Cradle - Remaking the Way we make things

Meine Rezension:

Das weiche, schmiegsame Plastik in Verbindung mit einem soliden Gewicht machte sich hervorragend als Fensterstopper. Hervorragend! Es lag schwer und satt auf der Fensterbank, der Einband erwies sich als sehr robust, auch wenn starker Wind das Fenster mal zudrueckte. Das Buch bezeichnet sich als: Water-Proof Durabook, und das kann ich nur bestaetigen. Meine Erfahrung zeigt, dass sich dies Buch, wegen seiner Wasserfestigkeit und der Haltbarkeit durchaus vielseitig einsetzen laesst. Es wird seinem Titel "Remaking the Way we Make Things" voll gerecht.

Man kann es obendrein auch lesen, aber man muss nicht ...

Bewertung: Gut.

Papier vs Plastik

[BuchReCycling]

Ich bin letztes Jahr einem gewissen William McDonough begegnet. Dieser Mann hielt bei uns im Bureau einen Vortrag ueber Architektur und darueber, wie Sachen gemacht werden. Der Vortrag war ein bisschen amerikanisch, in dem Sinne dass alles ein bisschen reisserisch war, etwas ueberspitzt. Alles in Allem aber interessant. Ihm passierte waehrend des Vortrages etwas, was vielen auslaendischen Vortragenden hier in China passiert: die Auffassung abstrakter Inhalte sind hierzulande ganz anders (Ironie klappt selten bis nie!). Herr McDonough stellte am Ende seiner Praesentation ein Konzept ueber eine "Gruene Stadt" dar, in dem er eine Stadt visualisierte, bei der alle Wohnbereiche und Servicebereiche unterhalb der Agrarflaechen lagen. Also eine Stadt mit begruenten Daechern, nur ein bisschen umfassender. Meine chinesischen Kollegen hatten ganz offensichtlich Muehe dies abstrakte Konzept als solches zu erkennen. Sie diskutierten lange darueber, wie man zum Beispiel die Traktoren aufs Dach bekaeme, und wie dick dann die Balken sein muessten. Man gab sich aber alle Muehe, dies dem freundlichen Herren aus Amerika gegenueber nicht so anmerken zu lassen ...
Eine Zeitlang spaeter bekam ich einen Link zu einer Internetplattform mit allen moeglichen Vortraegen - TEDTALK (www.ted.com). Dort fand ich Herrn McDonough wieder. Mit ebendieser Praesentation. Seitdem, sozusagen durch einen sensibilisierten Blick, begegne ich dem Mann immer wieder. Kuerzlich habe ich dann sein Buch "From Cradle to Cradle", welches er mit einem Kollegen gemeinsam verfasste, bekommen. Ich lese es gerade an. Tja, seine Praesentation seinerzeit haute mich nicht um, und seine Vortraege sind mir ein bisschen zu dick aufgetragen, aber in seinem Buch gibt es trotzalledem ein paar interessante Stellen. Die beiden Autoren stellen Zusammenhaenge dar, die man so ohne Weiteres nicht geschaffen haette. Das macht sein Thema interessant und recht spannend.
Heute zum Beispiel kam ich zu der Stelle, wo er beschreibt, dass waehrend des ausgehenden 19 Jahrhunderts in England durch die Industrialisierung die Luft so dreckig war, dass die Leute ihre Hemden nur einen Tag lang tragen konnten, weil Kragen und Manschetten schwarz waren. Dies waere heute noch in Orten wie Peking oder Manila so. Donnerwetter, der Mann hat recht! Aber ich dachte das waere ganz normal... Ich kann ein weisses Hemd mit gutem Gewissen nur einen Tag lang tragen - maximum. Danach muss unsere Haushaltsperle an den Kragen.

Aus irgendeinem Grund hat er dies Buch nicht auf Papier drucken lassen, sondern auf Plastik - dieser Widerspruch ist schon erwaehnenswert. Weil auf der einen Seite wird ueber die Probleme, die Ineffizienz und den Energieaufwand im Recycle-Prozess gesprochen, auf der anderen Seite aber bietet er mit dem Buch genau das an. Sein Buch ist wasserfest, dauerhaft haltbar, also biologisch nicht abbaubar und in manchen Gegenden der Welt, wahrscheinlich dort wo die Technik hochentwickelt genug fuer den Warp-Antrieb ist, sogar wiederverwendbar - aber es musste kein Baum fuer das Buch sterben. Ich habe seit geraumer Zeit ein bisschen ueber den Plastikmuell nachdenken muessen. In Peking herrschen gerade die Fruehjahrsstuerme, und in den Vororten ersticken wieder mal die Baeume in Plastiktueten.
Und anscheinend dreht sich irgendwo im Pazifik, so in der Gegend um Hawaii herum, angetrieben durch die Meeresstroemungen eine Art Strudel aus Plastikmuell. Der sogenannte "Great Pazific Gyre" oder der "Great Pacific Garbage Patch", wer Lust hat, sich das mal anzusehen, wird seine Meinung ueber das Plastik aendern.

Also, meine Empfehlung: Das Buch ist lesenswert. ABER...
Um dem Anspruch des Buches nach Wiederverwendbarkeit und Produktzyklen gerecht zu werden, und im Hinblick die Welt zu retten, empfehle ich dass wir das Ding reihum gehen lassen. Mal sehen, auf wieviele wiederverwendete Produktzyklen wir kommen??
Ich mache folgendes: am Tag, wenn ich das Buch zuende gelesen habe, nicht frueher - nicht spaeter (ich bin auf Seite 32), werde ich ins Blog in die Kommentarseite dieses Artikels gucken, und dem Verfasser des neuesten Beitrages das Buch zusenden, als Geschenk (email hinterlassen, ich nehme Kontakt auf). Unter der Bedinung, dass derjenige es ebenfalls weiterverschenkt. Versprochen?

Cradle to Cradle: Remaking the Way We Make Things
William McDonough and Michael Braungart