|  2009-12-12
Von Falk Kagelmacher @ 17:31 So, nun liebe Leser, nun wird es Ernst: das Blog zieht um, und so auch ich. Nach tatsaechlich 8 Jahren Peking packe ich die Koffer - und mache mich auf zu neuen Ufern. Ich bin seit insgesamt 10 Jahren in China, so dass es nun langsam an der Zeit ist, weiterzuziehen. Und das tu ich...
Dies Blog wird weiterhin unter http://www.falkk.tv/blog/
und einer neuen Stadt in einem neuen Land weitergefuehrt.
Ich habe in China viel erlebt, habe Pferde kotzen sehen, Buergermeister beim Karaoke bewundert - und umgekehrt. Habe geschlemmt, gesoffen, geliebt und gelebt. Habe Staedte gebaut, Strassen und Bruecken. Ich hinterlasse viele Freunde und werde Neue kennenlernen... und so gehe ich, wenn's grad am schoensten ist. Und wo ich gerade angefangen habe, zuhause zu sein.
2009-11-11
Von Falk Kagelmacher @ 07:48 Derzeit bin ich auf Deutschlandtournee - im schoenen Herbst. Hier erst in Deutschland habe ich erfahren, dass das Schneegestoeber vor 2 Wochen in Peking wohl menschenverschuldet war. Ich war gerade auf dem Weg heim von Wuhan nach Peking, als es in Peking so richtig mit Scheegestoeber losging. Ich hatte es mir sofort am Flughafen im Cafe gemuetlich gemacht, und habe den Sturm ausgesessen. Jedenfalls scheint es wohl, dass jemand in Peking es regnen lassen wollte, und dabei leider Schnee rauskam. Nunja, als ich dann endlich daheim ankam war auf jeden Fall ein Ziel der Aktion erreicht: die Luft war sauber und klar.
Nun bin ich in Deutschland unterwegs, und hatte das Glueck, letzte Woche im Nymphenburger Schlosspark den Herbst geniessen zu koennen (Leica M8 mit Voigtlaender Nokton 35 mm 1,2):
2009-11-03
Von Falk Kagelmacher @ 00:43 Gerade komme ich wieder aus Wuhan zurueck. Dort war ich im Rahmen der Veranstaltung Deutschland und China Gemeinsam in Bewegung (DuC) eingeladen, unter dem Thema “Stadtvisionen” einen kleinen Vortrag zu geben. Link
Ich war ja erst vor 2 Wochen in Wuhan, zu einem Studentenwettbewerb der Stadt Wuhan als Jurymitglied eingeladen (siehe Beitrag weiter unter: Wuhan). Aber das stoerte ueberhaubt nicht, weil es schon sehr angenehm ist dort. Ich war das erste Mal so um 1993 in der Stadt, seinerzeit sind wir beiden Rucksacktouristen auf der Suche nach der Bootsanlegestelle nach Schanghai durch eine unheimliche halbverlassene Industrieanlage geirrt. Dann, so vor wenigen Jahren, hat die Stadt dieses Industriegelaende gekauft, und in einen grossen oeffentlichen Park umgewandelt. Gegenueber am Ufer ziehen sich die alten Stadtviertel der europaeischen Konzessionen hin: Franzoesiches Viertel, mit einer herrlichen Kirche, die mittlerweile in eine Bar umfunitioniert wurde, und das Deutsche Viertel, in das die Wuhaner Stadtregierung nun selber umgezogen ist. Ich residierte in einem neuen Hotel genau an der Promenade, wo waehrend der letzten 2 Wochen das Deutsche Festival mit Konzerten, Vortraegen, Ausstellungen und Workshops stattfand.
Dort spielten auch Thomas Huebner und Band, bekannt unter dem Namen Clueso. Kinder, das war mal schoen. Clueso sollte euch ja bekannt sein, der Mann zeigte waehrend des viel zu kurzen Konzertes einen Ueberblick ueber seine Bandbreite. Beim Publikum kams an, obwohl die schoenen Texte in Deutsch vorgetragen wohl fuer die meisten Chinesen nicht verstaendlich waren. Aber das Volk war begeistert. Und ich auch... Wunderschoen, das Lied zum Abschluss des Konzertes:
Ich war so sehr dabei (unbedingt mal reinhoeren, liebe Leser)
Gestern abend hat Clueso noch mal in Peking im Yugong Yishan aufgespielt.
2009-10-16
Von Falk Kagelmacher @ 02:08 Mein Dokumentarfilm über die Entwicklung von Pekings Innenstadt und die Auswirkungen auf die Menschen hat letzte Woche beim “China International Documentary Film Festival” einen Preis bekommen.
Im Rahmen einer Forschungsarbeit für die “China Academy of Urban Planning and Design” über die sozialen Auswirkungen der Stadtmodernisierung hatte ich einen begleitenden Dokumentarfilm gedreht, der mit grossen Erfolg ankommt.

CiT - Community in Transition
Inhalt:
Die Städte in China wachsen über ihre Grenzen hinaus. Innerstädtische Gebiete werden abgerissen und durch mono-funktionale Blöcke ersetzt. Die Bewohner werden in die Vorstädte so genannte Schlafstädte, umgesiedelt. Dieses Modell erwies sich international bereits als Fehlentwicklung, aber unter dem herrschenden Entwicklungsdruck in Chinas Städten gibt es vordergründig keine Alternative.
Der Film behandelt existierende soziale Strukturen innerhalb Pekings. Diese Hutong-Gebiete werden derzeit großflächig abgerissen, um für Neubauten und Geschäftszentren Platz zu machen. Planer verfügen nur über sehr wenig Wissen und Spielraum, mit den sozialen Strukturen und den Bedürfnissen der Menschen in diesen Gebieten umzugehen. Trotz aller augenscheinlichen Nachteile bieten ebendiese Wohngebiete in Peking ein sicheres Lebensumfeld im menschlichen Masstab mit einem breiten Angebot an Wohnraum und Arbeit in der Nachbarschaft.
Wie kann eine Kommune - das soziale Netzwerk einer Nachbarschaft erhalten bleiben, auch wenn die städtische Umgebung sich weiterentwickeln muss?
Der Film ist das Resultat einer 2-jährigen Untersuchung für das Planungsamt des chinesischen Bauministeriums. Es soll aufzeigen, dass die Menschen in diesen Gebieten einen Wert am städtischen Leben darstellen, nicht ein Problem.
Link:
Medienblatt zum Herunterladen
2009-10-14
Von Falk Kagelmacher @ 14:01 Chinesische Fahrradschloesser - unklaubar:

Von Falk Kagelmacher @ 06:49 Fuer einen sehr interessanten Stadtebauwettberb bin ich als Jury-Mitglied nach Wuhan eingeladen worden. Ich kenn die Stadt von vorigen Besuchen, und schon wieder fuehl ich mich wohl hier. Das Wuhan Planning Institute gibt sich richtog Muehe hier in der Stadt... Ich erkunde die Gegend um das ehemalige Konsulatsgebiet. Schoen ist es - und ueberall gibt es lustige Sachen zum probieren:
2009-10-02
Von Falk Kagelmacher @ 02:02 Gestern war der grosse Tag: die Parade des 60-jaehrigen Jubilaeums der VR China. Die liessen sich nicht lumpen. Beeindruckhend fand ich ja, dass sie es mit dem Wetter bis auf die Minute hinbekommen haben:
Am Vortag noch grau und neblig, dann am 1.10 morgens um 9 auch noch sehr maessig, um 9:30 riss der Himmel auf, und um 10 Uhr, als die Parade begann, war der Himmel perfekt weiss-blau...


Die erste halbe Stunde im Fernsehen, bevor wir rausmussten, war so, wie man sich diese Militaerparaden vostellt - wie von einer andren Welt:

Die Parade selber war erstaunlich. Wir waren gerade zum Zeitpunkt, als die Flugstaffeln kamen, direkt in der Einflugscheise, die Dinger kamen direkt ueber unseren Koepfen rein, und schaltetet dann ihre Farbnebel ein...

2009-09-23
Von Falk Kagelmacher @ 01:56 China feiert in wenigen Tagen den 60 Geburtstag. Das Spektakel wird groesser, als die Spiele im letzten Jahr. Seit Wochen wird verschoenert und gebastelt, und geuebt. Seit einer Weile werden immer mal wieder Nachts ganze Strassen gesperrt, und der verwunderte Zuschauer sieht hunderte von Bussen die probeweise schon mal die Route abfahren, die sie am 1. Oktober dann beherrschen muessen. Am letzten Wochenende wurden in Peking grossflaechig ganze Strassenzuege gesperrt, um den Umzug zu ueben. Es wird wohl eine dieser grossen Paraden entlang der Chang’An geben, mit Tausenden marschierenden Soldaten und Panzern und allem, aber auch eine Art zivilen Festumzug. Die Waegen dafuer werden draussen bei mir vor dem Fenster im Arbeiterstadion gelagert. Von dort sind sie letztes Wochenende zur Trockenuebung des Nachts dann rausgefahren. Mein Nachbar meint, er habe um die 1000 Panzer gesehen, die am Arbeiterstadion nach Sueden gefahren sind... Auch den Test des grosse Feuerwerks haben wir kuerzlich ueber die Daecher von Peking hinweg beobachten koennen. Es wird beeindruckend das Ganze.
Auf jeden Fall unglaubliche Bilder, und ein herrliches Spektakel. Das ganze Land putzt sich raus.Blumenkuebel ueberall, rote Laternen, Blumenarrangements in Drachenform, und die gesamte Chang’An huebsch dekoriert und heimlich neu geteert... ich fahr da fast taeglich vorbei, ich weiss gar nicht, wie schnell die das inbekommen haben. Frisch geteert und neu gestrichen... unglaublich. Die ganze Gegend um den Platz des Himmlishcen Friedens wird dann zu dem Umzug fuer die Oeffentlichkeit gesperrt, nur geladene Gaeste durfen sich das life ansehen. Ich bleibe vor dem Fernseher.
Hier die fand ich ganz niedlich, die sind im Sshleichtempo an mir vorbeigefahren, und putzen...
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2009-09-17
Von Falk Kagelmacher @ 02:44 Kuerzlich gab es eine beinahe unwuerdige Diskussion um den CCTV-Turm und den abgebrannten Teil des Komplexes - ich schreib mal schnell was drueber:
Manche Leute in China sind immer noch stinksauer und fangen nun im Nachinein an, es schon immer gewusst zu haben:
Der CCTV-Turm und das abgebrannte Hotel, so hoert man es nun, sind direkte Abbildungen des maennlichen und des weiblichen Geschlechtsteils. Und es sei, so meldet sich ein Architekturprofessor nun zu Wort, eine nationale Schande, dass die Dinger da so rumstehen, und ueberhaubt, wie kam der Architekt eigentlich auf so ne Idee...
Ai Wei Wei meldete sich, er sagte, so plump seinen die Architekten nun doch nicht gewesen: Geschlechtsteile entwirft keiner. Jedenfalls nicht so vodergruendig.
Eine der chin. Zeitungen (die der Partei, glaube ich) reagierte ziemlich gelassen und schrieb:
Diskussionen ueber Geschlechtsteile sind in primitiven Gesellschaften sehr beliebt...
Hab ich in der Hong Kong Zeitung zu meiner Freude so gelesen. Aber der gleiche Artikel geistert wortgleich durch die bunte Medienlandschaft, sodass man wirklich nicht drumrum kommt:
Hier der Artikel beim Focus
und hier der gleiche Artikel, der Ausgewogenheit halber nochmal von Web.de
2009-08-19
Von Falk Kagelmacher @ 04:03 Das Geheimnis ist ein wenig gelueftet... da bei mir vor dem Haus (siehe Blog-Eintrag weiter unten: Fentster zum Hof - Update) wird schon eine Weile rumgewerkelt, was ich Interesse beobachte. Mein Vermieter behauptet weiterhin, es wird nun aber wirklich nicht mehr hoeher. Ab jetzt wird es so hoch bleiben, wie es ist. Wahrscheinlich. Wenn, dann nur ein bisschen noch, aber nicht mehr viel... Ehrlich.
Nunja, ich hab im Showroom des besagten Gebaeudes das Modell gesichtet und schnell forografiert. Soweit ersehe ich also dass bei mir vor dem Fenster etwa 10 Geschosse gebaut werden, vorne zur Strasse hin, etwa 18 Geschosse. Der Eingang liegt so ein bisschen um die Ecke, was mir komisch vorkommt - ausser es gibt schon Plaene, das Grundstueck im Osten auch noch abzureissen und neu zu Entwickeln. So wie ich die Sache sehe ist dies sehr wahrscheinlich.
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