Zurueck aus Dalian

[Unterwegs]

Die Konferenz am vorigen Wochenende in Dalian war sehr gut und aufschlussreich. Beherrschendes Thema war die Stadtentwicklung und Urban Sprawl in China. Ich weiss da gar nicht wo anfangen, weil es scheint ja ueberall zu brennen. Zum Beispiel Transport oder Flaechenverbrauch. Um diese beiden Themen ging es auch in ziemlich vielen Vortraegen. Dalian selber ist ein lustiges Beispiel fuer wie man's richtig macht und im selben Augenblick, wie man vollkommen daneben liegen kann. Die Altstadt in Dalian ist nicht sehr alt, so etwa 100 Jahre. Zuerst kamen die Deutschen, dann die Russen, und dann die Japaner. Von ersten beiden kann man in der Altstadt noch ziemlich viel finden (Anbei ein paar Bilder, ich zeig noch mehr spaeter...).

 

 

 

 


Die haben sogar eine Strassenbahn, was in China sehr aussergewoehnlich ist. Also, oeffentlicher Strassenverkehr ist schon mal vorhanden. Trotzdem liegt hier, wie auch ueberall sonst in China der Augenmerk auf privaten PKWs. Strassen sind schick, und muessen dementsprechend gross sein - was sollen sonst die Leute denken? Wer sich kein Auto leisten kann, den will man hier eigentlich nicht haben. Das fuehrte schon zu komischen Widerspruechen in den Vortraegen, weil zum Beispiel die Vertreter der Londoner Stadtregierung ihren Ansatz zur Verkehrsverminderung gezeigt hatten - in die Londoner Innenstadt zu fahren kostet derzeit richtig Geld. Der Vortragende wandte sich mit den Worten: "NO MORE BIG ROADS INSIDE THE CITIES" an die chinesischen Planer, die das ganz toll fanden, aber daraufhin ihre Autogerechte Stadtplanung praesentierten. Sehr interessant. Die Vertreter aus Hangzhou, aber die waren sehr fortschrittlich. Weil die fuehrten ein ganz seltsames neues Prinzip ein. Die praesentierten ein Verkehrskonzept fuer eine Eco-City, das extra Fahrradspuren beinhaltete! War China nicht ohnehin das Fahrradland schlechthin?

Landverbrauch und effiziente Bodennutzung war auch sehr unterhaltsam. Das Konferenzzentrum befindet sich im neuen Businessdistrict in Dalian, dass dermassen grosskotzig angelegt ist, dass einem die Spucke wegbleibt.

Oben am Huegel haben die eine Burg nachgebaut, die in ihrer gewaltigen Groesse das meiste in den Schatten stellt, was ich aus Deutschland kenne. Da ist ein Muschelmuseum drin, ich konnte es kaum glauben.

 

Dies Ding hockt ueber einer gewaltigen Alnage, mehrere Kilometer lang, in der Mitte ein riesiger Platz mit Saeule drauf. Hier ein Google-Bild (Google-Earth):


Das Ganze schoen umgeben von 4-spurigen Strassen. Um vom Konferenzzentrum zur Kantine zu gehen, brauchten wir 15 Minuten, obwohl es das Gebaeude daneben war.

Gute Konferenz, die in ihrer Breite die wichtigen Themen der Stadtentwicklung in China aufzeigte. Dalian selber hat mir gefallen. Umtriebige Stadt, unterhaltsam, eng, voll, laut und widerspruechlich. Und auf dem Stadtwappen ist ein Fussball - ehrlich. Die Kanaldeckel, und eine Reihe der Gebaeude sind mit Fussballmotiven geschmueckt:

 


 

ISOCARP 2008

[Architektur + Stadt]
Heute Nachmittag gehe ich in meiner Funktion als Berater fuer das Chinesische Bauministerium nach Dalian, nicht weit von Peking, an der Kueste. Dort findet am Wochenende der 44. ISOCARP Congress statt. ISOCARP - International Society of City and Regional Planners.
Link: http://www.isocarp.org/

Thema der diesjaehrigen Veranstaltung:
Urban Growth without Sprawl
A way Towards Sustainable Urbanization

44th ISOCARP Congress
Dalian, China
19-23 September 2008

Immerhin, China will in den naechsten paar Jahren ein paar hundert neue Staedte bauen. Das bedeutet weiterhin viel Arbeit fuer mich, und viel Arbeit fuer die hiesigen Planer. Probleme zu loesen gibt es reichlich:
Verkehr, Umweltbelastung, Urban Sprawl, Stadt-Land Gefaelle ...

Ich bin am Montag wieder zuhause

und der Gewinner ist....

[BuchReCycling]

Seit einem Monat - oder mehr, liegt ein Stueck Plastik bei mir auf dem Fensterbrett und verdingt sich hervorragend als Stopper, zum Fensteraufhalten. Dies Stueck Plastik ist praktischerweise in duenne Scheibchen geschnitten, sodass sich eine beinahe Stufenlose Anpassung des offenen Fensterspaltes herstellen laesst. Fuer Notfaelle sind die duennen Scheibchen obendrein noch bedruckt. Vorne und Hinten sogar in Farbe...

Ich drohte vor einem halben Jahr an, demjenigen das Ding zuzuschicken, der mir einen Kommentar schreibt, sobald es seinem urspruenglichen Zweck genuege getan hat - naemlich die Scheibchen reihenweise durchzulesen.

Tja, und nun ist es soweit, ich muss mich davon trennen.

Ich habe das Buch durchgelesen, der derzeit letzte Kommentar kommt von:
sOjahund - http://sOjahund.wordpress.com/

- freut mich, Sojahund! Ich glaube bei Dir ist es jetzt erst mal in guten Haenden -

und der bekommt das Werk nun. Mit der Bitte, dass er, sobald er mit dem Durchlesen fertig ist, es mir gleichtut, und es weitergibt. Ich will versuchen das Buch so oft wie moeglich zu verwenden - es geht um nichts geringeres, als Plastikmuell zu vermeiden und die Welt zu retten. Ich bitte ihn uns hier auf diesem Blog auf dem Laufenden zu halten. Mal sehen, was fuer Erlebnisse dieses Buch noch so hat?


Sobald er sich an das sehr anschmiegsame Plastik gewoehnt hat, schreibt er seine Gedanken hier ins Blog, und der betreffende letzte Kommentator bekommt das Ding zugeschickt. Stichwort: "Remaking the Way we make Things".

William Mc Donough & Michael Baumgart

Cradle to Cradle - Remaking the Way we make things

Meine Rezension:

Das weiche, schmiegsame Plastik in Verbindung mit einem soliden Gewicht machte sich hervorragend als Fensterstopper. Hervorragend! Es lag schwer und satt auf der Fensterbank, der Einband erwies sich als sehr robust, auch wenn starker Wind das Fenster mal zudrueckte. Das Buch bezeichnet sich als: Water-Proof Durabook, und das kann ich nur bestaetigen. Meine Erfahrung zeigt, dass sich dies Buch, wegen seiner Wasserfestigkeit und der Haltbarkeit durchaus vielseitig einsetzen laesst. Es wird seinem Titel "Remaking the Way we Make Things" voll gerecht.

Man kann es obendrein auch lesen, aber man muss nicht ...

Bewertung: Gut.

Autofahren und Telefonieren

[ganz alltaeglich]
Das Mobiltelefon ist eine der segensreichsten Erfindungen fuer das Volk, aber was nun, wenn man es nicht benutzen darf? Kuerzlich aber gab es eine oeffentliche Diskussion, ob das Telefonieren beim Autofahren erlaubt werden solle - schliesslich laesst sich auf Dauer nicht bekaempfen, was nicht bekaempft werden will. Einer meiner Kollegen hier erzaehlte mir dazu folgendes. Bei einer Radioumfrage zum Thema gab es eine ziemlich einfache Erklaerung, warum das Telefonieren am Steuer absolut ueberlebenswichtig ist. Der Zuhoerer sagte, dass es ja vorkommen kann, dass er so alleine herumfahre, und ganz spontan von schrecklichen Depressionen angefallen werden koenne. Da sei es unbedingt und ganz ganz wichtig, dass er schnell jemand anrufen koenne, weil sonst waere an eine sichere Weiterfahrt unter gar keinen Umstaenden zu Denken. Das leuchtet doch ein, weil ich haette ihm vorgeschlagen, er solle erstmal anhalten, und dann weitersehen. Aber das ist ja mal wieder eine viel zu komplizierte Denkweise - Anhalten. Auf was fuer Ideen ich auch dauernd komme...

The Opposite House

[Architektur + Stadt]

Im neuen Shopping-Erlebnis in der Sanlitun, dem Sanlitun Village, hat eben kuerzlich auch ein kleines feines Hotel aufgemacht, flott und sehr modisch kommt es als 'BoutiqueHotel' daher. Huebsch entworfen, und innen sehr grosszuegig ausgelegt. Als ob Platz kein Problem ist. Ist es auch nicht - der Investor ist die Swire-Group aus Hong Kong, und die sind andere Preise und andere Flaechen gewoehnt. Zwar hat der Pekinger Immobilenmarkt schwer zugelegt, aber der Grund und Boden in Hong Kong ist immer noch 10 Mal teurer als in Peking, dort verkauft sich der englische Quadratfuss etwa zum gleichen Preis wie in Peking der Quadratmeter. So konnte sich der japanische Designer und Architekt Kengo Kuma so richtig austoben... Bei ihm zuhause geht es ja auch eher eng zu.

The Opposite House

 

 

 

 

 

Beijing Hutong und Hohai See

[Bild der Woche]

Voriges Wochenende wars nochmal so richtig brauchbares Wetter. Ich bin mit dem Rad losgezogen - und so siehts dann auch aus, in der 17 Millionenstadt - mittendrin bei schoenem Wetter:

 

Vom Hohai See  hatte ich dann wegen der derzeit unglaublich sauberen Luft einen erstaunlichen Blick ueber die neue Skyline weit hinten. Der CCTV-Tower ist ganz gut zu sehen, und natuerlich das World-Trade Center Phase II von Sasaki in San Francisco (Freund Carsten V. aus unseren Braunschweiger Tagen ist Projektarchitekt):

 

KSP Engel und Zimmermann - Nationalbibliothek in Peking

[Architektur + Stadt]

Heute wird die neue Nationalbibliothek in Peking eroeffnet.

Die Bibliothek erlebte waehrend der Bauzeit relativ wenig Trubel, ist aber ein ziemlich spektakulaeres Gebaeude. Eigentlich geplant als Erweiterung zur bestehenden Bibliothek, hat KSP Engel und Zimmermann ein eigenstaendiges modernes Gebaeude daneben entworfen. Lohnt sich mal vorbei zugehen.

 

Bild mit freundlicher Genehmigung von KSP ENgel und ZImmermann

Schraeg?

[Architektur + Stadt]

Gleich um die Ecke von der neuen SOHO Lochfassade stehen sich 2 andere architektonische Loesungen gegenueber. Schraege Fassaden waren bis jetzt gerade grosse Mode.

 

798 Fernsehbeitrag

[Brandheiss]

Ich erhielt eine kleine Ankuendigung, ueber einen Fernsehbeitrag, den ich in Peking leider nicht sehen kann:

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Liebe Freunde und Kollegen,
 
Wir freuen uns, die TV Premiere unseres Dokumentarfilms ‚Beijing 798‘
bekannt geben zu dürfen.
 
07. September 2008
12:00 Uhr
im Schweizer Fernsehen SF1
in Sternstunden Kunst
 
(und die darauf folgende Woche in 4 Wiederholungen)
 
Mehr Informationen unter
http://tvprogramm.sf.tv/detail.php?slotid=D0B39559-3663-44A9-849B-EE24CB79637B&tvdate=2008-09-07
oder
www.film-moment.eu
 
 
Wir möchten uns an dieser Stelle
bei der zuständigen Redakteurin Anita Hugi
ganz herzlich für die Zusammenarbeit bedanken.
 
Grüsse, Mathias Frick

 

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