Solana Shoppingerlebnis

[Design]

Pekings erstes "Open-Air" Shoppingerlebnis ist gerade dabei eroeffnet zu werden. Diese Anlage geht ganz neue Wege. Normalerweise sind die Leute hier in Peking nicht so scharf darauf auf der Strasse spazierend einen Einkaufsbummel zu machen. Diese wichtige Wochenendaktivitaet beschraenkt sich meist auf innenliegende klimatisierte Einkaufszentren, mit schoen Musik und Rundumunterhaltung, wo man schoen vor dem Wetter geschuetzt ist.
Als wir am Wochende uns aufgemacht haben, diese neue Anlage, Solana, anzusehen, waren wir doch positiv Ueberrascht. Eine lockere grosszuegige Anlage, mit verschiedenen Ebenen, und einem Mix von Aussen- und Innenraum. Das ganze schoen thematisch in einem postmodernen Mittelmeermix gehalten. Geschmacklich kann man uneins sein, aber ich sehe den guten Willen... und ich sehe den offenen Raum und die lockere Umgebung. Diese Anlage ist am oberen Ende des Chaoyang Parks gelegen - dem angeblich groessten innerstadtischen Park in China, und wenn man genau hinschaut sogar in den Park hinein gebaut. Recht angenehm, aber auch irgendwie Bloed, wobei dieser grosse und wichtige Park nun langsam von den Raendern her angeknabbert wird.

Solana ist bemerkenswert, weil - wohl durch die Tatsache, dass man in den Park mitgebaut hat - man konnte eine sehr grosszuegige Anlage entwerfen. Viel Platz gibts hier und keine Hochhaeuser. Der Blick kann schweifen, man kann wunderbar am Wasser entlang bummeln. Wenn dann erst mal die Kneipen und Restaurants aufmachen, dann komm ich sicher oefter her.

 

 

Lueftung

[Design]

Diese netten Dinger spriessen derzeit still und unbemerkt an allen moeglichen Orten aus der Erde. Das sind anscheinend Lueftungen fuer die neue U-Bahn und das unterirdische Versorgungsnetz. Erstaunlich, wie still und heimlich die da ploetzlich rumstehen, weil man sieht da niemanden arbeiten. Morgens kommt man da lang, und koennte schwoeren, dass dieser Pilz da am Abend noch nicht gestanden hat. Das spricht fuer das Design - unauffaellig und der Umgebung angepasst.

 

Kreatives Bauen - Fortsetzung...

[Architektur + Stadt]
Dies neue Hochhaus sieht doch auf die Entfernung recht schick aus. Ich gehe da immer gern vorbei, wenn ich staunen will - wieviel man so falsch machen kann, im Bauhandwerk. Die Erklaerung fuer die vielen lustigen Designfehler liegen meiner Meinung nach darin, dass derjenige der die Grundrisse gefrickelt hat, sich nie und unter gar keinen Umstaenden mit demjenigen unterhalten hat, der die Fassade gemalt hat. Innen und Aussen haben nix, gar nix miteinander zu tun. Das wird erst ersichtlich, wenn man unbedingt Glasfassaden dranhaben will. Nun guckt mein Architektenauge von aussen auf die Glasscheiben, wo von innen fleissig gegengemauert wurde. Ein Fenster in eine Welt der Designfehler sozusagen...

Eigentlich nicht so dramatisch, aber diese Wohnungen hier, die sind fuer Pekinger Verhaeltnisse - und auch fuer Deutsche, doch recht teuer. Ich glaube das geht so bei 2 400 Euro pro Quadratmeter los und ist nach oben offen. Dafuer bekomt man, wenn man's so betrachtet eine lieb gemeinte Huette, die schnell renoviert werden muss.

 

 

 

Nudeltanz

[Bild der Woche]

Dieser Herr hier laest sich von der vor-olympischen Hektik nicht stoeren. Er tanzt den Nudeltanz, wobei er schwungvoll den Nudelteig schleudert und dadurch imer laenger zieht. Der  Trick besteht darin, dass die Nudel nicht den Fussboden beruehrt...

 

 

Der Rest der Stadt steckt bis zum Hals in vor-olympischen Anstrengungen... Donnerwetter, wie ich es dann doch geschafft habe, einen Beitrag ueber eine Nudel zu machen, und dann doch die Spiele mitreinzukriegen...

Countdown

[Architektur + Stadt]
Voelliges Unwissen - dieser eigentlich erstrebenswerte Zustand wird derzeit speziell von auslaendischen Firmen und Besuchern in China beklagt. Man bezieht sich hierbei auf Gesetze und Einschraenkungen, die im Rahmen der olympischen Spiele scheinbar basierend auf einem Lotterieprinzip taeglich neu formuliert werden. Zum Beispiel die Verschaerfung im Visaantragsverfahren - momentan ist es fuer Besucher extrem schwer geworden,Visa fuer die Einreise nach China zu bekommen. Wer einfach so zum Spass nach China moechte, und eventuell mit den Spielen nix am Hut hat, wird wahrscheinlich Pech haben. Um ein Visa zu bekommen, muss man seit April diesen Jahres nachweisen, dass man ernste Gruende hat, oder mindestens ein Eintrittsticket fuer die Spiele erworben hat. Speziell klagen die Handelskammern, dass man zwar mit den Einschraenkungen, die ja nur zeitlich begrenzt sein werden, leben koenne, aber dass man mit der Ungewissheit schwer planen kann. Taeglich kommen neue Einschraenkungen hinzu, welche manchmal durchgesetzt werden, manchmal von chinesischer Seite freundlicherweise ignoriert werden - aber nur manchmal. Nix Genaues weiss man nicht, und so sind wir alle gespannt, was im Laufe der kommenden Tage noch passieren wird. In einem interessanten Artikel lese ich, dass am 20. Juni, also in wenigen Tagen alle Baustellen, die in der Naehe irgendwelcher Olympiastaetten liegen, absoluten Baustopp haben - dies kollidiert mit meinem Gefuehl, dass genau diese Baustellen noch eine Sondergenehmigung bekommen werden, bis unmittelbar vor den Spielen weiterbauen zu duerfen. Aber, wenn alle Wanderarbeiter bis zum 20. Juni ebenfalls die Stadt verlassen muessen, wer baut denn dann noch? Diese Wanderarbeiter muessen allesamt raus aus der Stadt. Warum auch immer - eventuell moechte die Stadtregierung den auslaendischen Gaesten den unpassenden Anblick von wettergegerbten Arbeitern nicht zumuten...

kreative Baustellen

[Architektur + Stadt]
Eigentlich herrscht ja in Peking Baustopp - wegen der kommenden Spiele. Aber davon ist ja nichts zu sehen. Es wird weiterhin fleissig gebaut, was das Zeug haelt. Einer der Projektentwickler hat Mitte letzten Jahres ja noch schnell angefangen, den Parkplatz vor dem Arbeiterstadion zu bebauen - eine Reihe von sehr beliebten Bars mussten weg. Die Mieter in den angrenzenden Haeusern wurden mit dem Argument getroestet, dass das Ding gaanz schnell fertig sein wird, weil ja, wie wir alle wissen, vor den Spielen alles fertig sein muss... Die Baugenehmigung vor den Spielen gabs also nur, weil dies neue Projekt ein Parkhaus hat, welches noch vor den Spielen, der April 2008 wurde genannt, haette fertig sein sollen -irgendwo muss ja man auch Parken. Also ran ans Werk. Und weil es ein Sonder-Olympia-Projekt ist, darf dort 24 Stunden am Tag gebaut werden.

April ist rum, und nun ist absehbar, dass es knapp wird mit fertigwerden, der Deal war eh unrealistisch. Also muss schnell ein neuer Parkplatz her. Dazu wurde kurzerhand ein bereits eingeebnetes Gelaende ein paar hundert Meter weiter die Strasse runter asphaltiert. Das sieht aus wie eine Landebahn mitten in der Stadt. So, nun wird dort eben geparkt, wo doch einmal ein so schoener Parkplatz genau vor dem Stadion lag. Ich glaube auch da wird dann direkt nach den Spielen ein neues Projekt entstehen, der Parkplatz ist nur temporaer. Solche Spaesschen beleben die Wirtschaft und das Stadtbild.
Oben im Bild der ehemalige Parkplatz vor dem Stadion, unten im Bild gerade so zu erkennen, der neue Parkplatz - ein langer grauer Streifen vor der Hochhausscheibe:


Kleine Anekdote zum Thema "24-Stunden Baustelle": Eine bekannte grosse Baustelle in Peking hat Aufgrund der Dringlichkeit die Ausnahme-Erlaubnis erhalten, 24 Stunden am Tag zu arbeiten, und die grossen Laster auch am Tage in die Stadt fahren zu lassen. Normalerweise duerfen grosse Baulaster erst ab 22:00 in die Stadt einfahren. Aber weil's dort pressiert, haben die eben eine Sondererlaubnis bekommen, die ihnen genau das erlaubt. Und was ein findiger Geschaeftsmann ist in China, der ueberlegt nicht lange, wie man mit einer solchen Sondererlaubnis noch Geld machen kann: Diese Erlaubnis wird nun weitervermietet, damit auch andere Baustellen jederzeit ihre Laster in die Stadt fahren lassen koennen.


Umweltschutz

[Brandheiss]

Seit dem 1. Juni gibt es in Peking, nein in ganz China! Plastiktueten nur noch gegen Bezahlung. Link. Ein grosser Schritt in Richtung Umweltschutz. Unsere eifrigen Supermarkthelfer haben bislang immer eine Tuete in die andere gesteckt, um zu verhindern, dass die Tuete eventuell reisst. Von einem Tag auf den anderen hat sich die Sache geaendert.

In der Zeitung lese ich:

China is almost suffocating under plastic bags. Its 1.3 billion people use three billion bags every day. That’s about 1.6 million tonnes of the items each year, and the Government wants to reduce that to 1.1 million tonnes.


Tja, und wo ich schon ueber Umweltschutz schreibe...
Dies interessante kleine Paket mit Zahnstochern ist mir aufgefallen. Erst dachte ich, das sind Platiszahnstocher drin. Aber von Wegen! Hier handelt es sich Zahnstocher aus Reismehl. Sehr kreativ die Sache. Wie ich das dann einem Freund erzaehlte, hatte der auch gleich was zum rumnoergeln: nun muessen extra Reisfelder nicht nur zum essen, sondern auch noch zum zahnstochern angelegt werden. Man kann den Leuten nix Recht machen.

 

Wie gesagt...

[Bild der Woche]

... Vorgestern war ausnehmend schoenes Wetter:

1949 - The Hidden City

[hurra!]

Gleich gegenueber der Sanlitun Barstrasse, hinter der Pacific Century Shopping Mall, wenn man durch den Hinterausgang rauskommt, steht man vor einer neuen Angelegenheit, die erwaehnenswert ist. -1949 The Hidden City-. Eine Sammlung von modern renovierten Courtyards, locker und grosszuegig angelegt, mit mehreren verschiedenen Restaurants und Bars und der obligatorischen Galerie. Nudelsuppe und Pekingente, dazu eine erstaunlich schoene und ruhige Umgebung im Herzen des Trubels. Die Designer hatten ein feines Haendchen, was sich ganz gut auf die allgemeine Stimmung auswirkt. Die Bar ist noch nicht eroeffnet, die grosse Eroeffnung steht noch aus. Bis dahin verirren sich anscheinend nur wenige in dies Viertel. Sehr angenehmes Plaetzchen, zumal gestern, also am 1. Juni erstmal das Wetter wirklich ausnehmend schoen war, und die Temperaturen bei angenehmen 25 Grad lagen.