|  2007-12-29
Von Falk Kagelmacher @ 01:13 Warum ich auch immer auf der Luftqualitaet in Peking rumreiten muss... seit Jahren ein wiederkehrendes Thema. Heute faellt mir auf, als ich im Internet den API (Air Pollution Index) nachblaettere , dass in Peking Stufe 5 gemeldet ist. 5 ist die hoechste Stufe; und die heisst schlicht und einfach -Gefaehrlich-.
Trotzdem ein gutes Zeichen, weil Stufe 5 bisher selten vorkam. Warum? Weil die Luft besser war? Ich glaube eher, dass es nun nicht mehr so schoengeredet wird. Dies koennte ein kleiner Schritt hin zu einer wirklichkeitsgetreuen Berichterstattung sein. Trotzdem ist es noch ein weiter Weg vom Schein zur Wirklichkeit. In Peking gibt es ein behoerdlich angeordnetes Ziel von mindestens 245 Sonnentagen im Jahre 2007. Wehe dem, der da eventuell mit echten Daten das Ziel in weite Ferne ruecken laesst. Ein kurzer Blick aus dem Fenster legt die Vermutung nahe, dass der Bursche, der die Zahlen am Ende veroeffentlicht, ein bisschen wohlwollend damit umgegangen ist.
Hier die Daten vom 29.12 2007:
Link: China.org.cn
The center classifies air quality in China's urban areas into five levels:
level I or excellent (pollution reading: not exceeding 50)
level II or fairly good (pollution reading: 51 to 100)
level III or slightly polluted (pollution reading: 101 to 200)
level IV or poor (pollution reading: 201 to 300)
level V or hazardous (pollution reading: over 301)
 2007-12-26
Von Falk Kagelmacher @ 02:00 Letztens war die Luft so klar, dass ich das ganze Schlamassel in voller Pracht wuerdigen konnte. Das neue Bureaugebaeude hier am 2. Ring am Dongzhimen ist beinahe fertig. Und wie isses? Gewaltig! Erdrueckend und komplett daneben. VIIEEL zu Gross. Die Fassade traegt ihres dazu bei, das Ganze noch monotoner aussehen zu lassen.

Das ist momentan der Trend hier: gewaltige Kloetze hinzustellen, die vorne Richtung Hauptsrasse einen kleinen unbenutzten Show-Eingang hinbekommen, und ein bisschen schoen hingeputztes Scham-Gruen, damit es vornerum ordentlich aussieht. Der Haupteingang liegt dann hinten in der Erschliessungsstrasse - dort spielt die Musik. Dieses Gruen da vorne, soll ja nett aussehen, ist aber dermassen fuer die Katz. Kein Mensch laeuft da lang, es hilft nix, man sieht es nur wenn man mit dem Auto dran vorbei faehrt. Eines nebendem Anderen steht an der Stadtautobahn rum, Corporate Architecture - dagegen ist ja nix zu sagen, aber bloederweise leben in einer Stadt ja auch Menschen, die die Stadt auch benutzen wollen. Und die sind gekniffen: dies ganz spezielle Ding ist knappe 400 Meter lang. Ich habs in Google grob nachgemessen; es ist laenger, als der obere gesamte Abschnitt der Langstrasse in Zurich... Ein einzelnes Bureauebaeude in der Innenstadt, so gross wie mehrere Blocks einer belebten Strasse in Zurich. Und dies Gebaeude hier hat nix im Erdgeschoss - nicht dass da jeh einer langlaufen wuerde. Wenn ein verzweifelter Fussgaenger hier 2 Gebadeue und die Strasse dazwischen durchlaufen moechte, nur weil er eben ueber die Strasse will, dann muss er hier im Beispiel 600 Meter zuruecklegen! Total ausser Kontrolle was da passiert. Bei 600 Meter Distanz, ueberlegt mancher sich nicht ein Taxi zu nehmen. Nur um von einem Gebaeude zum Anderen zu kommen. In einer Innenstadt sollte es kleinteiliger zugehen... Alte Indianerweisheit.

Bilder: Google-Earth
2007-12-24
Von Falk Kagelmacher @ 01:22 Meine lieben Leser,
beinahe unbemerkt hat sich Weihnachten angeschlichen. Letzes Jahr wurde in der chinesischen Presse darueber berichtet, warum in China das mit Weihnachten denn so uebertrieben ausgeschlachtet werden muss - Weihnachten sei ja schliesslich nichts ganz spezielles chinesisches - einzig kommerzielle Interessen steckten dahinter.
Dieses Jahr ging es sehr moderat zu. Beinahe ernsthaft und mit Bedacht. Man wurde sanft daran erinnert, dass Weihnachten ansteht, aber ich empfand es als nicht uebertrieben. Mag es vielleicht daran liegen, dass alle Aufmerksamkeit auf das kommende Jahr 2008 gerichtet ist? die Grossen Spiele stehen vor der Tuer...
Ich wuensche allen unseren Lesern ein Frohes Fest und ein glueckliches gesundes Neues Jahr.
und anbei doch noch ein kleines Weihnachtsbildchen, ganz entzueckend, wie die gesamte Belegschaft eines Restaurants sich in rote Uniformen stuerzt:
2007-12-17
Von Falk Kagelmacher @ 00:54 Eine chinesische Projektentwicklergruppe hat mich angesprochen. Diese Gruppe sucht internationale Architekten zum Aufbau ihrer internen Architekturabteilung.
Es handelt sich um einen der grossen Projektentwickler, mit Pojekten im ganzen Land. Spezialisiert auf Grossprojekte in Stadtzentren: Entertainment, Bureauflaechen, Wohnen und Shopping.
Interesse? Eine kurze Antwort im Kommentarfeld, und ich versuche schnell zu antworten. 2007-12-10
Von Falk Kagelmacher @ 00:42 Hurra!

Von Falk Kagelmacher @ 00:09 ... sagt der Chinese. Ich hatte letztens die Freude mal wieder in Hong Kong gewesen zu sein, und wollte da noch ein paar Worte drueber schreiben. Vor 13 Jahren bin ich losgezogen, um dort an der Uni zu studieren. Fuer die naechsten paar Jahre nannte ich diese Stadt mein Zuhause. Das kurz bevor Hong Kong wieder an China uebergeben wurde. Schnell gings zu damals, der Wilde Osten. Eine Stadt voller Gegensaetze, bunt, laut und voll. Dann kam die sogenannte Asienkrise 1999, so etwa, und die traf Hong Kong ziemlich schwer. Jetzt scheint Hong Kong ein Gleichgewicht gefunden zu haben. Es ist immer noch schnell, aber gleichmaessiger. Die Stadt ist ins Gleichgewicht gekommen, denke ich, wenn ich es so betrachte. Ich sass in der U-Bahn. Gegenueber von mir, eine blinde aeltere Dame. An der Station stehen wir auf - die Dame ist ein wenig unsicher, auf welcher Seite die Tuer aufgeht. Ich helfe ihr raus, da stehen 2 junge Leute: Gruess Gott, wir sind vom U-Bahn Netz. Wir haben Sie gesehen; hier ist ein Rollstuhl, unser Angestellter wird Sie hinausbegleiten. Ich war hoechst erstaunt. Die Beiden haben genau vor der Tuer gewartet, um der Dame zu helfen. Keine Kameras, keine Presse, einfach nur alltaeglicher Service.
Hong Kong ist hochmodern, wohlhabend und schnell - und doch, meine alte Wohnung in der Centre Street steht noch, unten drin, wie frueher immer noch der Blumenladen und die Schlosserei. Die Stadt hat ein Gleichgewicht gefunden - hier in Peking haben wir noch einiges dran zu tun.

2007-12-09
Von Falk Kagelmacher @ 08:08 heute 14:00 Blick nach Sueden:
2007-12-06
Von Falk Kagelmacher @ 07:42 Letztens beim Abendessen fragte ich meine chinesischen Kollegen, alles Architekten und Stadtplaner, welches Gebaeude ihnen in Peking am besten gefallen wuerde - ich erntete lange Gesichter. Die Sache wurde innerhalb einer halben Minute rumgedreht zur Frage, welches ist das haesslichste Gebaeude in Peking - aber Hallo! da gings los... die Liste wollte kein Ende nehmen. Eines meiner dauerhaften Favoriten ist das neue Gebaeude von Gehua, der sogenannte Gehua-Tower, aber das ist hoechst subjektiv... Ich fahr da seitdem es da steht jeden Tag vorbei, und kann man es glauben, erst nach Monaten habe ich in dem Gebaeude die "G"-form entdeckt. "G" wie "Gehua". Ich hab den Wald vor lauter Baeumen nicht gesehen. Ich weiss, jeder der das Photo sieht, erkennt das "G" sofort, aber ehrlich, wenn man da jeden Tag draufgucken muss, dann ist man irgendwie betriebsblind.

2007-12-04
Von Falk Kagelmacher @ 09:06 Gerade komme ich von einem Gespraech mit Ai Wei Wei zurueck. Ich habe ihn angerufen, weil ich eine Frage zum Nationalstadion hatte - er hatte gerade Zeit, und ich bin zu ihm rausgefahren. Dies Interview verwende ich fuer einen Artikel, der im naechsten Hochparterre-Heft erscheinen wird. Hier im Blog kann ich aber sozusagen das wiedergeben, was sich hinter der Buehne abspielte. Als der politisch korrekte Teil vorueber war, schlenderten wir durch seinen Hof, und er fragt, was ich so mache, ob ich mich hier zuhause fuehle. Ich antwortete, dass ich Peking als mein Zuhause betrachte - ich habe um die Hand meiner chinesischen Partnerin angehalten, was ja einen gewissen Schritt auf China hin darstellt. Da fragt er mich etwas, was mich erstaunte und erfreute, und was einen kleinen Einblick in sein Denken gibt - kompliziert ist er nicht. Er fragte nicht, ob ich sie liebe, oder sie mich, oder ob ich mir da sicher waere, oder sonstwas. Er fragte einfach: macht sie Dich gluecklich?
Einfache, Frage; guter Gedanke.
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