Sanya - China Interior Design Conference

[Design]

Wie ich bereits vor dem Wochenende angekuendigt habe, hier mein Erlebnis vom Wochenende:

Seit laengerer Zeit werde ich regelmaessig von einem chinesischen Magazin -Interior Design- zu deren Veranstaltungen eingeladen. Am Wochenende in Sanya zu einer deren Veranstaltungen zum Thema Interior Design. Ich als Architekt und Staedtebauer habe die Keynote zum Thema "Design and Responsibility" gehalten, mit einem kurzen Schwenk ueber Tourismus, Hotels und Oeko-Effizienz. Die da unten in Sanya haben tatsaechlich ein ganz schnuckeliges Inselchen, aber sie haben kein uebergeordnetes Planungsprinzip fuer eine ganzheitliche Entwicklung der Region.

Die Szenerie wechselt sich ab, zwischen Bauruinen und modernen 5-Star Themenhotels. Wir waren im "Cactus Resort" untergekommen, mit einem bunten, froehlichen Mix aus Maya und Mexico. Das Hotel wie auch der Strand waren wirklich nicht uebel... "Cactus Resort" ruehmt sich den groessten Aussenswimmingpool in Asien zu haben - grosse Worte, aber der Pool war auch gross. Das war wohl auch mit ein Grund, die Konferenz hier abzuhalten - die Teilnehmer nutzten das Angebot recht fleissig.


Sauber ist es dort unten. Ich habe in Peking seit 3 Monaten keinen blauen Himmel mehr gesehen.

 

Sanya / Hainan / Suedchina

[Brandheiss]

Am kommenden Wochenende bin ich in Sanya / Hainan eingeladen, auf einer Konferenz die Keynote zu geben. Hainan, das ist die tropische Insel, unten am suedlichsten Zipfel von China - und Sanya ist das dortige Touristenzentrum. Ich war noch nie dort, aber man hoert, dass es ganz anstaendig sein soll. Naja, ich bin eingeladen, das Konferenzhotel liegt am Wasser, fuer alles ist gesorgt...


Das Thema der Konferenz ist Design & Originality, ich werde dabei ueber "Shaping our Environment - Design and Responsibility" sprechen. Meine Begleitung wird solange ein bisschen Baden gehen. Ich freu mich, weil die Luft in Peking nun doch bald aufs Gemuet geht, und dort unten solls weissen Strand und blauen Himmel geben...

Ich berichte, wenn ich zurueckkomme.

 

Hainan - Sanya bei der Wikipedia.

 

 

Recycling

[Architektur + Stadt]
Wenn hier ein Haus abgerissen wird, dann passiert das zumeist in sorgfaeltiger Handarbeit. Die einzelnen Bestandteile eines Abrisshauses werden gesammelt und verkauft und wiedervewendet. Ziegelsteine selbstverstaendlich sind ein wertvolles Gut. Die werden in Handarbeit gereiningt, und auf die Seite gelegt. Die Ziegelsteine werden dann gerne mit diesen 3-raedrigen Lastwagen-Ungetuemen, wo verwegene Chinesen im offenen Fuehrerhaus den Elementen trotzen, abtransportiert. Holz, Fenster und Tueren - nichts wird weggeschmissen. Wenn ein Haus dann am Ende abgerissen ist, erinert nur ein zusammengefegter Haufen Staub daran, dass noch vorgestern hier ein Restaurant stand.
Mit Baeumen geht es aehnlich. Mit Baeumen verstehen die Chinesen gar keinen Spass; die sind wichtig und werden geschuetzt - auf Teufel komm raus. Wenn es um einen Abriss geht, und auf dem Gelaende stehen Baeume, so werden spezielle Firmen beauftragt, die diese Baeume aufkaufen, abtransportieren und wiederverwenden. Mittlere Baeume (~ 20 cm Durchmesser) kommen im Einkauf auf etwa 700 RMB (70 Euro), groessere Exemplare erreichen im Einkauf schon mal 2500 RMB (250 Euro). Die Baeume werden dann etwa fuer das doppelte wieder zum Verkauf angeboten.

Bier

[Unterwegs]

Irgendwas stimmt hier mit dem lokalen Bier nicht. Wenn ich nur ein kleines chinesisches Bier trinke, und ich bin Deutscher, da bedeutet ein kleines Bierchen gar nix, wennn ich also ein kleines lokales Bierchen trinke bekomme ich innerhalb 2 stunden Katererescheinungen, mit Kopfweh und Uebelkeit. Das geht dann nach ein oder 2 Tagen wieder vorueber. Ist das normal? Ich habe wirkliche Feldstudien betrieben, und ich glaube ich bin irgendwie unvertraeglich mit den Sachen, die die hier ins Bier tun, Haltbarkeitschemikalien oder so...

Die Hanns-Seidel Stiftung hat gluecklicherweise fuer so arme Teufel wie mich, in Wuhan eine Lehrbrauerei aufgebaut, die dorten nach deutschen Reinheitsgebot Weizenbier braut. Von dem Bier bekomme ich keine Kopfschmerzen. Ebensowenig wie von deutschen importierten Marken, die es zu Apothekerpreisen in den auslaendischen Supermaerkten gibt.. aber fuer die Gesundheit ist einem eben nix zu teuer. Neuerdings gibt es im deutschen Restaurent "Bodenseestube" auch Weihenstephaner Bier zu trinken. Ich hab meine Studien sofort dorthin ausgeweitet, und ich kann bestaetigen,dass ich auch davon voellig unbeschadet trinken kann.
Weiss jemand woran das genau liegen kann, mit den verschiedenen Reaktionen auf unterschiedliches Bier?

 

 

CCTV Headquarter Bilderstrecke

[Architektur + Stadt]

 

 

alles ok!

[Bild der Woche]

Die Olympiade naht...

[ganz alltaeglich]
... und damit werden die Bemuehungen der Stadtregierung immer staerker, die Pekinger Bevoelkerung auf einen Ansturm von auslaendischen Besuchern fitzumachen. Im Rampenlicht stehen dabei immer oefters die Pekinger Taxifahrer, die ja nun wirklich ein ganz spezielles Berufsbild darstellen. Ich habe fast durchweg gute Erfahrungen mit ihnen gemacht. Natuerlich muss man schon hin und wieder aufpassen, vor allem am Flughafen, dass man nicht in ein unlizensiertes Taxi einsteigt, aber mit ein bisschen Aufpassen klappts eigentlich meistens. Manchmal warten die Taxifahrer am Flughafen mehrere Stunden in der Schlange auf einen Fahrgast - da sind sie natuerlich etwas ungehalten, wenn die Fahrt dann nur um die Ecke geht. Auch das habe ich schon miterlebt, aber mit ein bisschen reden und fragen bekomme ich meistens positive Resonanz. Taxifahrer verdienen wenig und arbeiten echt viel. Letzten Fruehling zum Volkskongress hat wohl einer der chinesischen Abgeordneten seine ganz persoenliche Erfahrung mit einem Pekinger Taxifahrer machen muessen, weil er, gerade in der Versammlung angekommen einen Gesetzesvorschlag einbringen wollte. Danach solle die hin und wieder mangelhafte Hygiene und die Essensgewohnheiten der Taxifahrer durch Gesetze reglementiert werden. Wir alle haben hier unsere Erfahrungen machen muessen. Sommers wie Winters bieten Taxifahrten ihre Ueberraschungen. Im Sommer kann man sich bei offenen Fenstern ganz der guten Pekinger Luft hingeben, im Winter hat man die Wahl zwischen minus 10 Grad draussen, oder molligem Mief drinnen, wenn der Taxifahrer mal wieder im warmen Taxi uebernachten musste. Es gibt schlimmeres, deswegen moechte ich hier mal sagen, dass ich mit den Taxifahrern in Peking sehr zufrieden bin. Sie freuen sich meistens auf ein bisschen nette Unterhaltung, sie tun ihre Arbeit meistens gut. Mit einer Berufsmoral, die hier in China zienmlich selten ist, und das zu Konditionen die wirklich lausig sind. So wenig sie auch verdienen, meistens verweigern sie das Trinkgeld, das ich hin und wieder anbiete. Kuerzlich hat sich mein Taxifahrer verfahren, und hat von sich aus die Fahrtkosten reduziert. Wer sich ein bisschen auf die Kollegen einlaesst, wird meistens mit freundlichkeit belohnt. Es kam schon ein paar mal vor, dass ein Taxifahrer beim einsteigen sich umdrehte und meinte: he, ich kenn dich, du arbeitest doch dort und dort, oder? ... und schon hat man einen neuen Freund gefunden.

Wer ist eigentlich Chef im Ring?

[ganz alltaeglich]
Aus ziemlich verlaesslicher Quelle hab ich mal gehoert, dass etwa 75% des personenbezogenen, pekinger Steueraufkommens von Auslaendern von und ausländischen Unternehmen bestritten wird. Das kommt daher, weil wir im Schnitt betrachtet eventuell mehr verdienen als die chinesischen Kollegen, und natuerlich daher, dass es fuer regristrierte Auslaender einfach viel komplizierter ist, zu mogeln. Auslaender sind mit ihrem Einkommen hier transparenter als die chinesischen Kollegen, die unzaehlige kreative Moeglchkeiten haben, sich mit dem Finanzamt irgendwie zu einigen.
Das ganze kann aber im Umkehrschluss auch bedeuten, dass ich als steuerzahlender Auslaender eigentlich hier das sagen haette, und nicht die anderen, die seit etwa 48 Stunden draussen vor meinem Fenster den Presslufthammer schwenken... Ich bin ja manchmal total euf dem Holzweg, weil ich ja immer noch denke, ich bin Gast in diesem Land. Wenn ich aber drueber nachdenke, wer denn am Ende die ganze Chose finanziert, dann muss ich das nochmal ueberdenken...

Cowboy...

[ganz alltaeglich]

gestern beim Friseur:

nachdem ich die Haare habe schneiden lassen, fragte mich die Dame, ob sie nicht auch gleich den Bart rasieren solle. Ich zoegerte ein wenig - fuer mich das erste mal, ganz nach Western-art mit Messer und Schaum, von jemandem anders das Gesicht geschabt zu bekommen. Aber was solls, ich stimmte zu.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, die Prozedur war angenehm. Die Dame hat ein "Rasierzeugnis" einer traditionellen chinesischen Koerperpflege Ausbildungsstaette. Ich meine, man sieht so allerhand Filme, wo den Leuten Rasiermessen an den Hals gelegt werden. Aber es war tatsaechlich angenehm und sanft.

Und mit einer Stunde Kopfmassage, Haareschneiden und Nassrasur war ich mit 40 RMB dabei.

4 Euro - wobei das Rasieren immerhin 4RMB kostete. Das sind 40 Eurocent, oder stolze 64 Rappen.

Leider wird der Barbier demnaechst abgerissen, wie alles woran man sich gewoehnen koennte. Die Strasse des Barbiers fuehrt Richtung Arbeiterstadion, wo waehrend der olympischen Spiele Fussball gespielt wird. Diese Strassen muessen verschoent werden, was sollen sonst die Besucher denken. Ich wollte ja ueber die Rasur sprechen, aber irgendwie schleicht sich doch wieder das grosse Thema rein - weiss auch nicht warum... seit dem Wochenende wird bei mir vor dem Haus ernst gemacht:

Yu Gong Yi Shan und die Red Football Bar muessen heut dran glauben. So beginnt der Montag mit Abrisslaerm.