|  2007-06-25
Von Falk Kagelmacher @ 02:24 ... das alte Thema, aber es erfindet sich jeden Morgen neu. Ich komme gerade von einer Taxi-Odysse, sodass ich da ganz kurz drueber sprechen will.
Immer noch soll es taeglich mehr als 1000 Autos mehr auf Pekings Strassen geben. Wir stellen 15 - 20% der Verkehrstoten weltweit. Und ich komme gerade aus dem Stau und muss mir erst mal den Strassenstaub aus den Haaren waschen. Beim stoebern stelle ich fest, dass ich nicht der einzige bin, den das Thema interessiert, ich finde hier ein lustiges Bildchen, bei dem ich versucht bin, den Knoten zu loesen, den gordischen:

gefunden im TreeHugger, ein "Media-Outlet" fuer Umweltschutzthemen. Ich warte jetzt erst mal den Berufsverkehr ab, bevor ich zu meinem naechsten Termin gehe...
2007-06-21
Von Falk Kagelmacher @ 11:52 ich hab ja vorhin geschrieben, dass ich noch was zu dieser Performance-Art vom vorigen Wochenende sagen wollte. Ich hab ne Weile ueberlegt, ob und wie ich es hier reinbringe, aber sagen wir mal so, um eine Diskussion ueber momentane Kunst in Peking zu fuehren, dazu war diese Performance dann schon gut. Ich meine, Kunst darf ja stoeren, aufruetteln, diskussionen anzetteln- - Kunst muss nicht nur schoen und artig sein. Aber was wir am vorigen Wochenende besprochen hatten, war mehr als nur ob es aufruettelt oder wie weit es gehen muss. .. naja ich beschreibs mal:
Ein Kuenstler hat eine Performance gegeben, wo ein paar junge Damen, unbekleidet wohlbemerkt - wie auch sonst, sich chinesische Kalligraphiepinsel eingefuehrt hatten. Uebers Papier gegraetscht, und heftig gewackelt haben die Damen dann traditionelle Gedichte in alter Schriftweise aufs Papier gehueftelt.
Das Ergebnis konnte sich sehen lassen.. aber die Prozedur, so interessant sie auch klingen mag, war nicht ansprechend. Und wie gesagt, die Sache regte ein Gespraech ueber Sinn und Inhalt dieser Performance an. War ja vielleicht auch der Zweck des Kuenslers...



Von Falk Kagelmacher @ 01:53 Am letzten Wochenende haben wir mit Freunden gemeinsam zusammen gesessen, und ein paar Ausstellungen und Vorfuehrungen angesehen - davon spaeter. Ich wollte nur mal eben noch ueber unsere Freunde was loswerden. Jiao Ying Qi, der Herr im Blaugestreiften ist mit seinen Kunstwerken und Installationen ziemlich bekannt.

Er erzaehlte eine kleine Geschichte aus seiner Vergangenheit:
Als er 16 jahre alt war, wurde er und seine Familie vor eine Entscheidung gestellt. Eines der beiden Kinder duerfe auf die Uni, wenn das Andere aufs Land ginge, um sich dort unter Bauern einer Umbildungsmassnahme zu unterziehen. Das war so ueblich waehrend der Kulturrevolution, dass intellektuelle Buerger auf Land geschickt wurden, um das wahre Arbeiter- und Bauernleben kennenzulernen. Jiao Ying Qi ist also mit 16 und seinem Ranzen aufs Land gezogen, um fuer ein Jahr mit den Bauern zu arbeiten, und so seine intellektuellen Flausen zu vergessen. Er hat aber immer mal wieder Zeit gefunden, auch dort unter ziemlich rauhen Verhaeltnissen doch noch zu malen. Gemeinsam mit den beiden Damen, hier auf dem Photo, hat er Theaterstuecke fuer die Bauern aufgefuehrt.

Das kann man sich ruhig ein bisschen rustikal vorstellen. Das ganze ist ueber 30 Jahre her, und damals auf dem Land war das Leben doch recht rauh.
Danach ist er zurueckgekehrt, den Kopf immer noch voller Flausen, und hat Kunst studiert. Heute ist er ein weithin bekannter Kuenstler...
Ich hab den Geschichten so zugehoert, und es war doch recht unverstaendlich, was die hier so in den letzten Jahren alles durchgemacht hatten.
2007-06-19
Von Falk Kagelmacher @ 02:49 Hier das Gebaeude ist nicht von OMA, wie man es eventuell annehmen wuerde - jedenfalls stehts ja so da drauf... nein, das Gebaeude ist von Baumschlager&Eberle, es heisst nur MOMA, aber wie es scheint sind denen wohl beim Beschildern die "M"s ausgegangen. Ich bin da kuerzlich morgens vorbeigefahren, und als ich das gesehen hab, habe ich meinen Kumpel dort bei B&E angerufen und gefragt - deren Bureau steht in Sichtweite zum Objekt. Er aeussterte den unhaltbaren Verdacht, dass eventuell OMA die Bauarbeiter bestochen haette das mit dem einem "M" noch ein wenig hinauszuzoegern, um an dieser prominenten Stelle wenigstens fuer ein oder 2 Wochen ein bisschen Werbung zu machen.

2007-06-18
Von Falk Kagelmacher @ 02:34 ... manche von euch haben es sicher mal mitbekommen, dass ich am chinesichen Bauministerium als Berater in Sachen "nachhaltige Entwicklung" arbeite. Das mach ich nun schon seit ein paar Jahren. Kuerzlich hat der Vize-Bauminister meinen Chef also angesprochen, dass er, der Minister, eigentlich zu einer Konferenz nach Spanien muesse, aber echt keine Zeit haette, ob nicht mein Chef gehen koenne. Der geht natuerlich, wenn er vom Minister aufgefordert wird, aber er war sich nicht so sicher, worueber er referieren soll, und was er so sagen soll... da komme ich ins Spiel. Und deswegen war ich die letzte Zeit echt ein wenig beschaeftigt. Ich habe eine Praesentation und eine Rede vorbereitet, mit der das Bauministerium sich nun in Spanien zum Thema "Oekologische und Nachhaltige Entwicklung" positioniert. Fuer mich bedeutete dies natuerlich erstmal berufliche Pfilcht, aber andrerseits auch eine Moeglichkeit, mal so richtig von der Leber weg zu sagen, wo's hier so brennt. Mein Chef wollte eine kritische Stellungnahme vom Bauministerium gegenueber Umwelt, und Entwicklung geben, und das hat er gekriegt. Mal sehn, ob ich nicht ein paar Auszuege veroeffentluichen kann, sobald er die Rede gehalten hat.
Ansonsten ging natuerlich das Leben in Peking weiter. Die Stadt wartet nicht auf mich. Aber der Reihe nach. Heute ist Montag, am Wochenende hab ich noch ein bisschen fuer besagte Rede getippt, nun trinke ich erstmal einen Kaffee.. und dann schreib ich was mir gestern passiert ist... Seid gespannt, ich hab da sowas erlebt, was ich eigentlich nicht glauben wollte...
dranbleiben...
2007-06-10
Von Falk Kagelmacher @ 07:09 Zum Thema "Nachhaltigkeit"...
Ich sass gestern mit einem freundlichen Herren zusammen, der sich als der ehemalige Buergermeister von Honolulu herausgestellt hat. Im Rahmen einer Konferenz zum Thema Nachhaltige Stadtentwicklung hat er meine chinesischen Kollegen und mich sehr nachhaltig beeindruckt:
Das Thema seines Vortrages beschrieb die Probleme von Hawaii. Dort gibt es zum Beispiel reichlich natuerliche Energiequellen. Moeglicherweise mehr als sonstwo auf der Welt. Wasser, Wind, Wellen, Erdwaerme, Biomasse... aber was tun sie dort? Sie importieren Kohle, um Strom draus zu machen. Er zeigte ein Bild, welches das Wahrzeichen von Hawaii, den Lionhead, im Nebel zeigte. Er sagte sie erzaehlen den Touristen, das kommt vom Vulkan, im Wahrheit aber sei es ganz normaler Smog.
Da staunten wir; denn wenn dieser Herr uns weismachen will, dass Hawaii grosse Energie- und Umweltprobleme hat, was sollen wir dann erst von Peking sagen?? Ich fand den Beitrag sehr gelungen. Hat uns alle ziemlich nachdenklich gemacht.
2007-06-08
Von Falk Kagelmacher @ 11:43 das thema "green architecture" ist gerade sehr in mode hier. dabei ist nicht nur ausschliesslich gruene farbe gemeint - obwohl manchmal nehmen einen die chinesen sehr beim wort. nein, "green" ist gerade eine grosse mode geworden. nicht fuer den normalanwender, sondern als luxus fuer kunden, die sich etwas goennen wollen...
ich stolperte beim rumsuchen ueber einen artikel, den ich hier gerne kurz empfehlen moechte. immerhin ist das ministry of construction mein arbeitgeber, und es tut sich gerade viel in der richtung. aber es ist noch ein weiter weg...:
Beijing's eco-friendly architecture
Alex Pasternack
December 20, 2006
link
Developers in the Chinese capital are building more eco-friendly projects, says Alex Pasternack. But sustainable architecture still faces an uphill struggle in a city better-known for its breakneck, resource-heavy growth.
...
“For years, the Ministry of Construction did not like the word ‘green’ – they wouldn’t even use it,” says Jin Ruidong, a sustainability expert who advises the government. The stigma, he says, came in part from the age-old practice of “green washing” – private developers falsely claiming sustainability in an attempt to give their properties a more sophisticated edge. But with the city's "Green Olympics" approaching, Jin explains that the China's Ministry of Construction is starting to get serious: just this past March, officials decided to issue a set of building regulations demanding new buildings be 50% more energy efficient than previously required.
...
The government has been trying to develop a national green building standard along the lines of LEED, partly to expand incentives for potential investors, but also to crack down on “green-washed” designs. “In the marketing field, there’s a cynical or ignorant stance that says, if it’s got trees then it’s green,” says Robert Watson. He narrows his eyes at flashy new developments with names like "Eco-Town" and "Garden Villa" that in reality have few actual green features. In one case last year, a Beijing developer claimed to have a LEED award before any construction had even begun. "People are a little surprised that you can't just buy a LEED rating."

... dies bild habe ich aus dem artikel. es zeigt das neue gebaeude glich hinter meinem kuechenfenster... 2007-06-01
Von Falk Kagelmacher @ 11:04 |