|  2007-02-26
Von Falk Kagelmacher @ 01:25 Die Pekinger Stadtvaeter haben so ihre liebe Not, ihre Schaeflein fuer die Olympischen Spiele vorzubereiten. Mit einem gewissen trotzigen Charm beharren die Pekinger weiterhin auf ihrem ruppigen und derben Umgang miteinander und mit dem Rest der Welt - hols der Teufel, wer nicht damit umgehen kann. Zum Thema Spucken ist schon viel versucht worden, aber eine liebgewonnene Angewohnheit laesst sich so leicht nicht abschaffen. Ich habe einmal in einem 5-Sterne Hotel am Fruehstueck beobachten und miterleben muessen, wie mein Tischnachbar sehr geraeuschvoll seinen Atemapparat tiefschuerfend gereinigt hat, und dann die Wurzel allen Uebels ebenso lautmalerisch umspielt auf den Teppich verfrachtete. Das ist nix fuer zarte weitgereiste Seelen, die eventuell ohnehin mit der Konsistenz des Fruehstuecks kaempfen. Peking hat sich aber vorgenommen, bis zu den Olympischen Spielen ein wenig Erziehungsarbeit zu leisten, was die Pekinger Buerger mit Interesse und aufmerksamer Distanz beobachten... Helfen tut's nix bis jetzt.
Ein Dorn im Auge ist eine Angewohnheit der Pekinger Fussballzuschauer, den jeweiligen Ballbesitz lautstark aus einem Munde zu kommentieren. Befindet sich das gegnerische Team im Ballbesitz, so schallt das Missfallen aus 60 000 Muendern unisono: "Shabi Shabi ..." - ein landwirtschaftlich gepraegter Begriff, der sich auf die Intimbereiche eines gehoernten Nutzviehs bezieht, was hierbei frei und politisch korrekt uebersetzt werden kann mit "Schwachkopf". Bekommt das heimische Team einmal den Ball ab, so schallt es aus 60 000 freudigen Muendern: "Niubi, Niubi..." was sich ebenfalls auf die genannten Bereiche einer Kuh bezieht, aber diesmal im positiven Sinne soviel wie "ganz Toll" bedeutet... Tatsaechlich. Jedesmal vor einem Spiel ertoent eine nutzlose Lautsprecherdurchsage, die besagt, dass ein guter Pekinger weiss, wie er sich zu benehmen hat... dies wird, wie man sich vorstellen kann, von den Zuschauern begeistert aufgegriffen: "Shabi Shabi ..." Das Arbeiterstadion, ein Austragungsort der Olympiade wird derzeit renoviert, sodass ich in der letzten Saison von diesem Spektakel verschont geblieben bin. Ich wohne in Sicht- und Hoerweite zum Gruen. Man kann sich vorstellen, wie sehr die Organisatoren den Augenblick fuerchten, wenn waehrend der Olympiade der Pekinger Schlachtruf in 3/4 aller Wohnzimmer weltweit geschmettert wird..
In der Zeitung lese ich nun einen Artikel ueber ein neues Gesetz, das Versucht dort anzugreifen, wo Auslaender betroffen sind: am Einzelhandel. Verkaeufer und Verkaeuferinnen werden darin aufgefordert sich anstaendig zu benehmen, nicht aergerlich oder ungeduldig auf zoegernde Kunden zu reagieren, oder gar abwesend zu wirken. Zuwiderhandlungen koennen mit nicht naeher beschriebenen Strafen belegt werden. Auch dies sauge ich mir nicht aus den Fingern, es steht so im Stadtblatt (That's Beijing, da hab ich auch das Bild her). 2007-02-22
Von Falk Kagelmacher @ 06:12
... im Vorueberfahren aus dem Auto aufgenommen. Das Ding waechst nun recht schnell... 2007-02-21
Von Falk Kagelmacher @ 01:56
... gesehen und fotografiert im Herrenklo eines Hotels. Das Mobiltelefon ist immer in Reichweite... 2007-02-17
Von Falk Kagelmacher @ 14:46 hier ein ganz kleiner ausschnitt vom chinesischen neujahr draussen. und dann wird fuer eine ganze woche geboellert... auf ins jahr des schweines!
mitternacht - geboeller
2007-02-16
Von Falk Kagelmacher @ 15:42 am 17. februar endet das nach dem chinesischen kalender das alte jahr. und das neue wird begruesst: das jahr des schweines.
dies wird hier traditionell mit mordsgeboeller begangen - ich werde also am 17.2 so gegen16 uhr mitteleuropaeischer zeit meine webcam ans fenster stellen. ich versuchs mal. ich hab schon mal versucht bei dem gedoens zu schlafen - keine chance. also mal reinhoeren. ich hoffe ich krieg die webcam zum laufen...
hmm, wie's aussieht krieg ichs nicht hin, auch den ton zu uebertragen. ich nehm einfach was auf, und stell den film dann ins netz der netze - ausser jemand kennt sich mit osx und webcam soweit aus, dass er mir sagen kann, wie ich bild und ton hinbekommme...
2007-02-15
Von Falk Kagelmacher @ 07:10 handgemachte Nudeln zum trocknen aufgehaengt...
 2007-02-14
Von Falk Kagelmacher @ 01:54 Kuerzlich traf ich eine junge Kuenstlerin aus Taipei, die sich aufmachte um Peking zu entdecken. Ho Men-Chuan ist eine umtriebige junge Frau, die in Taipei in einiges bewegt hat. Sie hat einige Jahre erfolgreich fuer eine Kunstlervereinigung gearbeitet und sie hat zusammen mit 7 Kollegen viel Aufmerksamkeit mit der Eroeffnung einer Bar in Taipei erregt - Very Temple Art Salon. Dort stellen die beteiligten Kunstler ihre jeweiligen Arbeiten aus, und dort werden ebenfalls regelmaessig "offene Buehnen" fuer ambitionierte Kunstler geboten. Ich war nie dort, aber ich hab mal im Netz der Netze nachgesehen, und ich fand einige ganz gut klingende Artikel ueber die Bar.
Obendrein hat Ho Meng-Chuan, oder Isa Ho, wie sie sich auf Englisch nennt, einige interessante Ausstellungen ihrer eigenen Arbeiten hinter sich. In Peking wird sie exklusiv durch das SOKA-ART Center vertreten. Ich hab ihre Arbeiten sehen koennen, und mir gefallen ihre Sachen. Taipei und Taiwan haben eine, sagen wir mal, interessante Geschichte. Ich spuere bei ihr einerseits starke chinesische Traditionen, verbunden mit einer gewachsenen Modernitaet.
In der Photoreihe die ich sehen konnte "You Can Love Me Only" behandelt sie das Thema um verschiedene Persoenlichkeiten, verbunden mit traditionellen Sichtweisen - ihre Protagonistin Schneeweisschen entledigt sich hierbei ihrer anderen Persoenlichkeiten. In der Reihe "Marriage" zeigt sie, welcher Widerspruch zwischen traditionellen und modernen Beziehungen besteht. Die Frau muss dem Mann zugleich eine gute Koechin, Mutter, Liebespartnerin und eine gute Gesellschafterin sein. Der Termin fuer eine Ausstellung steht noch nicht fest - aber ich wollte es mir nicht nehmen lassen, schon mal ueber diese Kuenstlerin zu schreiben. Mir gefaellt, wie sie einerseits sehr traditionelle Themen aufgreift, aber andererseits eine moderne Sprache gefunden hat, die ich als westlicher Auslaender verstehen kann. Eine gelungene Ergaenzung zur Pekinger Kunstszene.
In ihren grossformatigen Bildern zeigt sie sich immer selber in den verschiedenen Verkoerperungen.
... aber machen wir uns nichts vor. Leser die mich ein bisschen kennen, riechen den Braten natuerlich sofort. Die Kuenstlerin ist eine beeindruckende, huebsche Frau - und auf ihren Bildern sieht man sie gleich 6-mal... umso besser...

Ho Meng-Chuan - You Can Love Me Only

Ho Meng-Chuan - You Can Love Me Only

Ho Meng-Chuan - Marriage (Bilder mit ausdruecklicher und freundlicher Genehmigung der Kuenstlerin)
2007-02-11
Von Falk Kagelmacher @ 02:56 Vor wenigen Wochen habe ich schon mal ueber das China World Trade Center, das mit der schoenen Stahlkonstruktion geschrieben. Dazu noch ne kleine Geschichte: Ich sass vorgestern mit einer Bekannten zum fruehen Abend in einer Hotelbar beim Getraenk zusammen; dort lief mir zufaellig und ueberraschend! mein alter Studienkollege Carsten V. ueber den Weg. Den Burschen hab ich das letzte Mal vor 9 Jahren gesehen, als er gerade nach dem Studium nach London zu SOM ging. Wir beide guckten recht dumm aus der Waesche, weil hier in Peking haben wir uns nun wirklich nicht erwartet. Der Kerl arbeitet immer noch bei SOM, mittlerweile in San Franzisko, und ist mit-verantwortlich fuer ebendiesen Stahlbau, den ich vor wenigen Wochen beschrieben habe - nicht nur das, er war und ist ebenfalls Verantwortlich fuer den Neubau des Poly-Plazas, das mit der grossen Glasfassade gleich bei mir Zuhause um die Ecke, und die gesamte Bebauung mit dem Ritz-Carlton in der Financial Street, wohin ich kuerzlich eingeladen wurde. Man kann sich in etwa vorstellen, wie wir beide das erst mal verkraften mussten.
SOM ist seit mehreren Jahren in China taetig und hat die Zusammenarbeit mit den jeweiligen "Local Design Institutes" mittlerweile ganz gut hinbekommen. Verschiedene Kollegen fahren ganz verschiedene Strategien, um hier in China Projekte durchzufuehren. Dadurch, dass ich nicht bei einem Bureau angestellt bin, sondern die verschiedenen Bureaus ganz gut kenne, sehe ich, wie verschieden diese Strategien sind. Spaeter am Abend kamen dann noch 2 Kollegen dazu, die gerade zufaellig in der Stadt sind - der eine arbeitet gerade bei GMP am neuen National Museum.
Da sassen wir dann, wir 4 Braunschweiger Studienkollegen, als ob all die Jahre nicht gewesen waeren... und fachsimpelten...
 Carsten V. von SOM
 im Bild von der Mitte zum Rand: Anke R. Christian D. von GMP und Carsten V. 2007-02-08
Von Falk Kagelmacher @ 10:31
Ich habe in den 90ern ne Weile in Hong Kong gelebt. Letztes Wochenende bin ich das erste Mal seit 7 Jahren mal wieder dagewesen. Kaum zu glauben aber Wahr - Hong Kong liegt gleich um die Ecke, aber es hat sich einfach nicht ergeben. Aber nun sind wir kurz zum Auftauen mal hingeflogen. Was hat sich veraendert, was ist gleichgeblieben? Central wurde noch ein wenig betriebsamer und schicker. Wie ich hoere hat mein alter Kollege Uli Wagner in New York an der Innengestaltung dieses bekannten Geschaeftes mitgewirkt - Gute Sache, Uli!
Vor allem die Kneipenszene hat sich vergroessert. Die Gegend suedlich der Hollywood-Road, SOHO, ist aufgeblueht. Kleine gute Kneipen, die sich um den Mid-Level Walkway in beide Richtungen ausbreiten. Lan Kwai Fong bildet immer noch, wie frueher den betriebsamsten Mittelpunkt. Trotzdem gab es noch einige Kneipen, die unveraendert geblieben sind; auch den Fringe Club gibts immer noch. Meine damalige Lieblingskneipe das F-Stop ist verschwunden - klar, so toll war die Kneipe nicht, aber mein Geschmack in dieser Richtung ist recht einfach - ich mag schlichte Bierkneipen mit Holztresen. Der Doenerstand, der im Film von Wong Kar Wai gezeigt wird, da wo der Ex-Polizist auf seine Stewardess wartet ist mittlerweile ebenfalls verschwunden - hab ich die Geschichte richtig im Kopf? Ein kleiner Modeladen ist an seine Stelle getreten. Die Kneipe daneben, die frueher das Herz der Lan Kwai Fong war, ich glaube das hiess Olivers, gleich gegenueber dem California Tower war leer. Wanchai, Stanley, Mong Kok und der Nachtmarkt um Yaumatei sind mir beinahe unveraendert in Erinnerung. Nur dass es noch ein bisschen voller ist. Die Strassen am Nachtmarkt um die Nathan Road herum werden Abends zu Fussgaengerzonen - sehr gut.
Wir residierten im Lan Kwai Fong Hotel - empfehlenswert. Nahe dran, Ausblick auf das Kneipenviertel und den Hafen, und trotzdem ruhig, gleich um die Ecke von einer kleinen beruehmten Kueche, die hervorragendes geschmortes Huehnchen mit Knoblauch, Fruehlingszwiebeln und Ingwer serviert... Schoen wars... und gut! Ich bin grosser Fan von diesem Milchtee und diesem Tee-Kaffe-Mix den sie in Hong Kong servieren. Zum Glueck finde ich das auch in Peking.
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