weihnachtsnachtrag...

[Bild der Woche]
und dieser freundliche Weihnachtsmann lungert seit heute Nachmittag bei mir vorm Haus rum ...
Dabei koennte es sich doch beinahe um den groessten Weihnachtsmann in Peking handeln.


Oh-je Tannenbaum ...

[hurra!]
China macht vor nichts Halt. Obwohl man hierzulande mit Weihnachten nicht viel anfangen kann, traditionell besehen, stuerzt sich alles auf das Fest der Liebe und der Besinnlichkeit, mit einer Begeisterung, die schon fast erschreckend ist. Vielleicht gerade die Tatsache, dass China keine belastenden Traditionen mit Weihnachten hat, verhilt den Burschen hier zu einer unbekuemmerten Umgansweise mit dem Heiligen Fest. Oft wird die Weihnachtsdeko eh nicht abgehaengt, und erfreut uns somit das ganze Jahr ueber. Ganz nach dem gesunden Chinesischen Motto: Viel hilft Viel laeuft also hier das Weihnachtsgeschaeft in einer Art und Weise, die uns Auslaender beinah ueberfordert.






Solider Stahlbau CWTC Phase3

[Architektur + Stadt]
Ich bin ja zuerstmal Maschinenschlosser. Erst nach meinem Facharbeiterbrief bin ich sozusagen gestaehlt an die Uni gegangen und hab mich so durch das Studium nicht mehr verwirren lassen. So glaube ich, guten Stahlbau zu erkennen, wenn ich einen sehe. Und hier steht ein ganz ordentlicher Stahlbau rum. Dass hier eine auslaendische Frima, in diesem Fall Arup, die Finger drin hat, sieht man. Nicht dass man hierzulande keinen Ingenieurbau machen koennte. Ganz im Gegenteil, im Ingenieurbereich vertraue ich den Kollegen hier voll und ganz; mit aus dem Grund, dass man hierzulande eher zu Ueberdimensionierungen neigt. Was uns diese Baustelle aber zeigt, ist ein schoener, klarer Stahlbau, der mal, wenn er fertig ist, ueber 330 Meter hoch sein wird:


China World Trade Center Phase 3: Gesamtflaeche: 540 000 qm (Stufe A und B)
und das kommt rein:
Super-5-Sterne Hotel (!!)
Bureaus
Ballsaal (1600 Plaetze)
Einkaufszentrum (modern)
Kinokomplex
und Parkplaetze
also nichts, was im Umkreis von 500 Metern nicht schon doppelt und dreifach rumsteht.

Architekt: Skidmore, Owings & Merrill, allseits bekannt als: SOM
Windtunnel Test: Rowan Williams Davies & Irwin Inc. (ja, sowas brauchts)
Tragwerk: Ove Arup & Partners





Dazu ein Link zu einer interessanten Webseite, die die Hochhauslandschaft in Peking zum Thema hat.

Portraet: Wu Yixia und Hu Jie / Olympischer Park

[Architektur + Stadt]

Einblicke in ein chinesisches Landschaftsarchitekturbureau: Urban Planning & Design Institute of Tsinghua University

Ich war kuerzlich zu einem Gespraech mit dem Wettbwerbsgewinner des "Beijing Olympic Forest Park" eingeladen. Dabei handelt es sich um ein chinesisches Bureau mit einem starken internationalen Team. Eine Kollegin, Angela Silbermann, arbeitet seit einigen Monaten in diesem Bureau und holte mich und ihre beiden Direktoren an einen Tisch.
Es scheint, dass dies Projekt im Rahmen der Olympischen Spiele das einzige komplett chinesische Projekt ist und es scheint sich dabei um ein recht interessantes Bureau zu handeln - das hatte mich interessiert. Die beiden Direktoren, Frau Yixia Wu und Herr Jie Hu sprechen astreines Englisch, was beileibe nicht ueblich ist. Herr Hu hat seine Ausbildung in Amerika erhalten, und arbeitete dort etwa 18 Jahre lang, bevor er wieder zurueck zu den Wurzeln kam. Seine Eltern waren beide an der Tsinghua University taetig. Nun ist das Bureau von Frau Wu und Herrn Hu ein Teil des "Urban Planning & Design Institute of Tsinghua University" und trotzdem eigenverantwortlich taetig - eine Konstellation die in China oefter vorkommt.
Das Bureau bearbeitet zu 80% Regierungsprojekte und zu 20 % Projekte von privaten Projektentwicklern. Kuerzlich hat das Bureau mit dem gewonnenen Wettbewerb um den "Beijing Olympic Forest Park" viel Beachtung in der Presse bekommen. Das Burau ist im letzten Jahr stark angewachsen - und waechst weiter. Der Park ist schon ziemlich weit gediehen. Wenn er dann demnaechst fertig ist, bildet er den Auftakt der grossen Pekinger Zentralachse. Mich interessierte die Motivation, die die beiden Direktoren antreibt. Dazu beschrieb mir Frau Wu ihre Ansicht:

Landschaftsarchitektur in China ist entweder traditionell gepraegt, oder eine Kopie westlicher Stile, die mit China nichts zu tun haben. Das Bureau versucht, eine moderne Landschaftarchitektursprache zu entwickeln, die sich einerseits auf chinesische Tradition gruendet, und gleichzeitig modern ist. Das sei es, was in China bisher fehlt - " We want to identify a New Chinese Style". Eine Herausforderung ist es aber, auf die Wuensche der Kunden einzugehen, die wollen naemlich symbolhafte Landschaftarchitektur - Drachen, Phoenix alles was eben so in der chinesischen Geschichte Glueck und Wohlstand verspricht.


(Alle Bilder zur Veroeffentlichung von den verfassern zur Verfuefgung gestellt)


Dazu noch mein Kommentar:
Ganz klar ist dies eine der Herausforderungen der modernen Architektur und Landschaftsarchitektur. China baut auf mehrere tausend Jahre Geschichte, aber in unserer verrueckten Zeit, werden unbesehen westliche Stile uebernommen, ohne die eigene Tradition zu beachten. Die wird oft nur repetiert, aber nicht an moderne Gegebenheiten angepasst.

bar57 apero

[Architektur + Stadt]
Kuerzlich hatten wir in Peking Besuch von meinem Freund Jurg Senn, seines Zeichens Architekt in Zurich. Ich kenne sein Bureau noch aus der Zeit, als ich in dieser wunderschoenen Stadt die Gelegenheit hatte, an der ETH zu studieren. Jurg und seine Partner organisierten in regelmaessigen Abstaenden einen Apero im Bureau - diese Tradition besteht immer noch. Vielleicht erzaehlt der Gastgeber etwas von seinem Chinaaufenthalt und spielt etwas Musik, mit dem Instrument, das er sich in Peking gekauft hat? Viele Gruesse nach Zurich!

Heute Abend:
Donnerstag 7.12
ab 9

atelier 10:8
brauerstrasse 108
8004 zürich
www.10zu8.ch

morgenstund

[Bild der Woche]
Ein Schnappschuss heute morgen aus dem Fenster. Innen Kaffe und bisschen Musik (2raumwohnung und Sonnenteufel - ich war kuerzlich in Deutschland und hab Musik mitgebracht) draussen saukalt und klar.

Lebkuchenhausbau

[Architektur + Stadt]
Gestern war im Kempinski Hotel wieder fuer Unterhaltung gesorgt. Wer mit offenem Auge durch dies Land geht, der kommt voll auf seine Kosten. Ich hatte gestern einen Termin dort, und war ein wenig frueh dran. Ich hab die Zeit zum Schaufensterschopping genutzt, wobei ich durch einen penetranten Schokoladengeruch bis zu einer Grossbaustelle gefuehrt wurde.

Ich hab hier in aller Ruhe 5 Chefkoeche beim Lebkuchenhausbau beobachten koennen, waehrend die obligatorische Putzhilfe versuchte, das Schlimmste in den Marmor einzumassieren. Fuer die Kollegen wars ne Mordsgaudi, fuer den Manager, der dann nachher mal vorbeikommt wars bestimmt der ganz normale Herzinfarkt.


Der eine Spezialist beschmiert, warum auch immer, die Dinger mit echter Schokolade, wo der Andere dann doch am Ende mit ner Silikonspritze vorbeikommt, nachdem sie gemerkt hatten, dass Hammer und Nagel die Lebkuchen nur zerbricht - es ist zum Maeusemelken.
Ich hatte den Verdacht, dass in der Silkonspritze Zuckermasse drin ist und hab daran probiert; ich kam zu keinem eindeutigen Ergebnis.


Weihnachten ist halt doch nicht so ihre Sache...

Das Endergebnis kann sich dann doch sehen lassen, und am naechsten Tag - ich war extra nochmal nachsehen- war der Schokoladengeruch auch etwas verzogen.