Preisgefaelle

[ganz alltaeglich]
Gestern abend auf dem Heimweg habe ich in einem kleinen Markt eine grosse Tuete Gemuese eingekauft: Lauchstangen, Tomaten, Zucchini, Pilze (grosse Braune), Karotten, bisschen Gruen, ... alles zusammen 35 Euro-Cent - inklusive Auslaenderrabatt.

Wenn ich dazu noch ein Bierchen auf dem Heimweg getrunken haette, haette ich nur fuers Bier 3 Euro gezahlt - soviel kostet die Stange in der Safari-Bar auch. Heute morgen lese ich in der People's Daily Online (http://english.people.com.cn), dass die chinesischen Farmer die groesste Einkommenssteigerung seit 8 Jahren erfahren haben: Das jaehrliche Pro-Kopf Durchschnittseinkommen eines chinesischen Farmers (davon gibt es mehr als 150 Millionen) betrug 2005 etwa 401.9 US Dollars. Ich sags nochmal:

401.9 US Dollar pro Jahr pro Kopf.

Teestunde am Hohai-See

[Architektur + Stadt]
Gestern zur Teestunde am Hohai-See in der NoName Bar...

No-Name-Bar

Ohr-Socke

[Architektur + Stadt]
Spezial Ohr- und Kinnwaermer aus 100 % Wolle. Ich hab dem Strassenhaendler waehrend der letzten beiden Tage ein Kilo seiner selbstgesammelten Fruechte aus fragwuerdigem Anbau abgekauft, um heimlich aus dem Handgelenk ein Foto von ihm machen zu koennen. Heute endlich sind die Bilder was geworden. Bei dem Ohr-Kinnwaermer handelt es sich um einen gestrickten Wollschlauch, der ueber beide Ohren gestuelpt unter dem Kinn durchgezogen wird. Sieht scharf aus und haelt die Oehrchen schoen warm.

socke-1socke-2

M.A.D Party (Fortsetzung)

[Architektur + Stadt]
M.A.D. Architectural Design Studio unter der Fuehrung von Ma Yanson und Yosuke Hayano.

Ma Yansong - 2002 M.Arch von Yale School of Arch. Arbeitete fuer Zaha Hadid, Eisenman und Murphy/Jahn
Yosuke Hayano - 2000 Waseda University. Studierte an der AA und unterichtete dort Multimedia. Arbeitete fuer Zaha Hadid.
Ich habe die beiden letzes Jahr in der Central Academy of Fine Arts (CAFA) in Peking getroffen, wo wir gemeinsam eingeladen waren, um die Jahresarbeiten der Studenten zu kommentieren. Seit so etwa dieser Zeit verfolge ich das Geschehen um MAD, und es vergeht keine Woche, wo MAD nicht irgendwo in einem Magazin erscheint.

Meiner Meinung nach machen die beiden mit ihrem 15-Personen Bureau sehr gute und sehr fortschrittliche Arbeit. Machen nicht nur Architektur, sondern entwickeln auch Konzepte und Studien. Und das brauchts hier. Eine Besonderheit liegt natuerlich darin, dass Ma Yansong Chinese ist, und kein Auslaender. So ist er einer der wenigen, die den Markt von innen heraus aufrollen - in der eigenen Sprache.
Yosuke Hayano erklaerte mir gestern fast vollkommen nuechtern, dass sie nicht nur Konzepte entwickeln, sondern auch bauen. Eines dieser Modelle stellt ein Clubhaus dar, und ist derzeit in einem Wohngebiet etwas ausserhalb Pekings im Bau. Dies ist nur eines der realisierten Projekte - zu einem Fachgespraech zu vorgerueckter Stunde hats bei Yosuke und bei mir nicht mehr gereicht.

yosuke hayano
modell clubhaus
model

Das auf der Web-Seite abgebildete Computermodell ist im Bureau als Aquarium zu sehen.

aquarium


Treppenaufgang - mit Vollverglasung

entrance


... und n'paar Partybilder

office
at work
shiro-sugane
mad-falk

Eine Auswahl ihrer Ideen und Projekte werden im April dieses Jahres in einer Ausstellung in Venedig zu sehen sein: Libreria Mondadori / Venedig / April 1. bis 16. 2006 Link: http://www.libreriaviapiave.it

M.A.D.

[Architektur + Stadt]
www.i-mad.com

Ma Yansong und Yosuke Hayano, die Shooting-Stars am chinesischen Architekturhimmel. Ich werde drueber noch berichten. Kein Magazin, wo die nicht gerade dabei sind.

Heute Abend aber erstmal die Einweihungsparty des neues Bureaus:

MAD-invitation.jpg

Beijing Chateau-Laffitte

[Architektur + Stadt]
Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Somit spare ich mir hiermit 18 000 Worte. Bei all dem, was ich gestern gesehen hatte, waere ich sowieso beinah sprachlos...

Ich war gestern auf einer Konferenz im Chateau-Laffitte eingeladen. Dies Prachtstueck befindet sich draussen vor den Toren Pekings, gar nicht so weit entfernt von der Stadtmitte; etwa 20 km nord-nord-oestlich in Richtung Berge. Und der Name ist Programm. Ein chinesischer Projektentwickler hat da draussen ein franzoesisches Schloss hingestellt.

Auszug aus der Broschuere:
Chateau-Laffitte basiert auf der Architektur des Lourve und von Versailles. Im Detail finden Auszuege aus der griechisch-roemischen Kultur ihre Anwendung.
- OHA!
Das Gebaude, sowie seine Austattung ist majestaetisch. Die Architektur der Seitenfluegel ist inspiriert von Fountainbleau und erweckt Erinnerungen an die Franzoesische Romatik.
- Potzblitz!
Die Gesamte Anlage zeigt sich in perfekter Harmnonie von Klassizismus und Humanismus.
- Mannomann!

Hier ein paar Bilder:

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Das Salz der Erde

[ganz alltaeglich]
Freunde. Frauen. Kunst. Musik. und gutes Essen.

Der Samstag begann mit einem Fruehstueck in Factory 798 (Crepes Grand Marnier+Orange, Ceasar Salad with grilled Chicken breast - ich brauche gutes Fruehstueck) und einem darauffolgenden Besuch einiger Galerien dort. Udo Hoffman, seit nunmehr fast 20 jahren in Peking zuhause, fuehrte mich und seine Besucherin Veilar, einer chinesischen Galeristin aus Antwerpen, im Gelaende herum. Der Herr ist Vorreiter hier in Sachen Musik und Kultur. Er hat als erster in China freie Konzertveranstaltungen mit westlicher Musik organisiert. Zu Zeiten, als Rockmusik noch oeffentlich verboten war. Damit es seinerzeit damit keine Probleme gab, wurden seine Veranstaltungen deutlich als Jazz-Konzerte deklariert:
Heineken-Beat
In letzter Zeit organisierte er die Konzertreihe - Ear to the Ground - wobei junge Nachwuchsbands ihre Chance bekamen.
Meine Bitte: Weitermachen damit!

Factory 798

udo-hoffman
kunst-keramik
kunst-keramik




Kurzer Besuch bei Li Songsong - ich berichtete bereits.

lisongsong



Aufwaermen in der No-Name-Bar am Hohai-See

hohai



Abendessen mit Urna und zwei netten mongolische Gesellen, die mir einfach so ohne zu fragen ihre neueste CD mit mongolischer Musik geschenkt hatten- die beiden betreiben hier ein mongolisches Resturant und eine Bar, die ich demnaechst besuchen werde; das sind aussergewoehnliche Menschen. Nicht kompliziert und sehr warmherzig. Ich halte Sie auf dem Laufenden...

urna


Urna ist eine ganz besondere Saengerin, aus der mongolischen Steppe. Man spuert dass sie aus dieser unglaublichen Gegend stammt, und man hoert es deutlich in ihrer Musik. Wenn man solche Musik nicht kennt, glaubt mans nicht. Sie war nun mehrere Jahre im Bayrischen Wald zuhause und lebt seit einer Woche in Kairo. World Music nennt man das. Eine meiner Lieblingsscheiben von ihr, die mit dem aussergewoehlichen Namen:
Hödööd
Auf ihrer Seite kann man reinhoeren.

Das wars mit den News zum Samstag.

Tage wie dieser...

[Architektur + Stadt]
An einem Arbeitstag wie dem Gestrigen verbringe ich einen Grossteil der Zeit im Taxi. Ich hatte 4 Besprechungen ueber die Stadt verteilt, wobei ich abends dann auf eine Gesamtstrecke von fast 100 km komme. Zum Glueck ist der Strassenverkehr nach den Ferien hier noch nicht so dramatisch. An manchen Tagen waere es schlicht nicht zu schaffen, innerhalb der gebotenen Zeit 3 mal quer durch die Stadt zu fahren. Und nach den vergangenen Tagen praesentierte sich meine Stadt in strahlendstem Blau, was ich zum Anlass nahm, mir die Zeit im Taxi mit meiner Mobiltelefonkamera zu verbringen. Anbei eine chronologische Abfolge meines Tages, beginnend mit der Vorbeifahrt an der Verbotenen Stadt.


verbotene stadt


Da fahre ich immer mal wieder auf dem Weg ins Bureau vorbei. Genau gegenueber ist die National Oper schon fast fertig.

andreu - national oper



Etwas die Chang An runter steht das neue National Museum von Cui Kai. Sieht gut aus das Ding.

national museum - cui kai



Business Lunch (6 Personen 45 Euro)

lunch



Ein neuer Bureau-Komplex von 9-3 Group, die ebenfalls verantwortlich ist fuer MEN und Beijing Image, in Zusammenarbeit mit dem zu frueh verstorbenen Otto Steidle.

9-3 group
9-3 group 2



Gespraech mit Obermeyer Planen + Beraten. Herr Kohlstrung ist verantwortlich fuer deren letzten Wettbewerbsgewinn in Guangzhou (Kanton) - Underground City.

Obermeyer-Kohlstrung



Besuch bei der Bank of China von Ieoh Ming Pei.

bank of china



Wieder die Chang An runter nach Osten, vorbei an einer Reihe von echten Schmuckstuecken:

himmlischer frieden
verbotene stadt
oriental plaza












Kurzer Umweg nach Hause und dann direkt in den Tree, eine Kneipe, die den meisten Besuchern von Peking in bester Erinnerung sein duerfte: gutes Bier, angenehmer Laden, beste Pizza unter der Fuerung des belgischen Wirts Patrick.



Nachdem das Kneipenviertel der Sanlitun-Suedstrasse abgerissen wurde, hat sich der Wirt einen neuen Ort suchen muessen. Gestern war also einjaehriges Bestehen der neuen Bar im Hinterhof des Poachers. Der Poachers-Wirt kam noch gegen spaeter mit einer Flasche Champagner rueber. Das Poachers besteht in seinem urspruenglichen Charme seit 15 Jahren, was es in dieser Stadt zu einem der aeltesten Laeden macht. So endet der geschaeftige Tag bei einem Bierchen, wobei Partick zu vorgerueckter Stunde eine flammende Rede vom Tresen herab haelt.

tree-patrick

Wintereinbruch

[ganz alltaeglich]
Eine Dokumentation des gestrigen Tages. Alles hat so normal angefangen, und dann ums Fruehstueck herum fing es an zu schneien. Im Laufe des Tages hatten wir 10 cm Neuschnee, der die Stadt suess ueberzuckerte:

snow
sanlitun2
schwarz
hummer
hohai-ice skating
snow

Peking, deine Autos.

[ganz alltaeglich]
... etwas was mir kuezlich beim Fruehstueck durch den Kopf ging: durchs Kneipenfenster sah ich draussen auf der Strasse 3 (drei) Porsche Cayenne im Stau. Das ist ja sowieso schon kein billiges Auto. Vielleicht ganz brauchbar auf den Pekinger Strassen, aber inklusive Einfuhrzoll kosten die Dinger hier deutlich mehr als in Europa. Ich bin nicht ganz auf dem neuesten Stand, aber ich glaube mich zu erinnern, dass das Durchschnitts-Jahreseinkommen in China immer noch unter 1000 Euro liegt...

Von meinen Mitbuergern also -positiv ob ihres Geschmacks- ueberrascht, habe ich auf dem Heimweg mal drauf geachtet, was so rumsteht an teuren Autos.
Reichlich Audis; der neue Audi ist sehr beliebt. Schwarze A6 und A8 sind Standart hier.
Viele BMWs; der 3er ist ein Auto, welches man ganz gern seiner Freundin kauft. Der 5er wird von jungen selbstfahrenden Unternehmern gefahren und der 7er in allen Groessen ist beileibe keine Seltenheit.
In meiner Strasse hat sich kuerzlich jemand einen Bentley Coupe zugelegt. Und ein weiterer Nachbar mueht sich mit seinem amerikanischen Hummer durch die Gassen. Weiter runter parkt immer ein 911 auf dem Randstein und dieses martialische Chrysler Modell, was ein wenig wie das Batmobil aussieht, verkauft sich ebenfalls ziemlich gut, da stehen immer 2 hintereindander am Strassenrand. Ein anderer in der Strasse scheint den Gelaendewagen von Mercedes-Benz zu sammeln - die G-Klasse. Ich sehe da immer einen oder 2 davon rumstehen - G55. Ordentlich in Schwarz und viel Chrom, V8 mit allem Pipapo, tiefergelegt und seit kurzem auch einen davon in der offenen Version mit Faltdach (ich lese gerade auf der Seite von Mercedes-Benz, dass dieser Wagen ~ 480 PS hat). Ein anderes Mal bin ich an der Reinigung vorbeigelaufen, dort stand ein Phaeton mit laufendem Motor, waehrend Herrchen drinnen auf seine Waesche wartete und um die Ecke vor einem Nachtclub parkte kuerzlich ein Maybach.

Ich wohne hier wohlgemerkt nicht in einem teuren Viertel - ich wohne ziemlich chinesisch, sehr Zentral eher etwas konservativ. Nunja... An dieser Stelle scheint mir ein Zitat aus der klassischen Literatur angebracht:
Die spinnen die Roemer.

Hummer
Hummer
G55
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