Weihnachten und mehr...

[ganz alltaeglich]
Liebe Leser, in ein paar Stunden geht der Flieger nach Deutschland. Das Weihnachtsfest...

Ich bin ab dem 9.1 wieder mit Neuem aus dem Wilden Osten dabei. Bis dahin, wuensche ich alles gute. Ich meine so schwer wirds ja nicht. Das bisschen Weihnachten und den Neujahrskater verkraften wir schon... Ich freue mich auf das Essen.

Boomtown

[Unterwegs]
Studien zur Stadtentwicklung sind in den vergangenen Jahren irgendwie zu einem niederlaendischen Markenartikel geworden. Irgendwo in den Ballungszentren dieser Welt sieht man immer einen Niederlaender, der sich ueber Staedte und Dichte Gedanken macht, und diese dann in Bild und Buch praesentiert. So auch hier. In Peking.

Die "Dynamic City Foundation - DCF" beschreibt eine internationale Forschungs- und Designplattform, welche den Urbanisierungsprozess in China untersucht. Zwischenergebnisse werden landesweit in Kunstausstellungen praesentiert -unsere niederlaendischen Kollegen hatten halt immer schon ein feines Haendchen, wenns darum ging urbane Prozesse und Ideen zu visualisieren. Zu sehen war das Projekt vor einiger Zeit in Peking, und kuerzlich auf der Guangzhou Triennale.

Hier ein Auszug und ein paar Bilder aus dem Newletter:

# News
Titled "Jing Pin Sheng Huo Meng Gong Chang" or “Ultimate Lifestyle Engine” the
BBT installation is now on display at the Guangzhou Triennial. It features the
model projections of Thomas Lommée, and the BBTV Video; a collaboration with
motion graphics animator Fons Schiedon that portrays the inhabitants of the
Beijing Boom Tower and their upward ambitions.


# New on-line:
- The BBT fact sheet and interview with Neville Mars in Chinese (BBT - zhong
wen ban)
- A showcase of the Triennial BBT installation
- BBTV and CCTV projections and behind the scenes footage.
- Attached “Undisclosed aspect of the BBT” (PDF)

# Next month: The GREEN METROPOLIS

DCF
Team BBT - www.dynamiccity.org
Fons Schiedon - www.fonztv.nl
Thomas Lommée - www.intrastructures.net


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DCF-2
DCF-3
Video

Buddha-Maschine

[Design]
Zwei junge Bekannte in Peking haben kuerzlich die sogenannte Buddha-Maschine entwickelt. Ein transistorradiogrosses Geraet mit 2 gespeicherten Klangfolgen fuer meditative Hintergrundklaenge, oder einfach nur so...

Wie mir versichert wurde, jetzt in noch besserem Plastik und in vier verschiedenen Farben erhaeltlich. Ich habe das Ding einem intensiven Test unterzogen. Hier der Bericht:

revolutionaeres Aeusseres
verschiedene Farben
einfache Handhabung durch 2 Knoepfe: An-Aus Lautstaerke und Wahlschalter
externe / interne Stromversorgung
Anschluss fuer Kopfhoerer

Zubehoer: 2 mitgelieferte AA Batterien der Marke "Chenghui"

Formfaktor: uebersichtlich
Gebrauchswert: unklar
Urteil: gutes Geschenk

Bild:

buddha-maschine

Einstuerzende Neubauten in Peking.

[Architektur + Stadt]
Passt ganz gut der Name. Aber ich beziehe mich damit nicht auf aktuelles Architekturgeschehen, sondern auf die bekannte deutsche Musikkapelle "Einstuerzende Neubauten". Ich untertreibe da natuerlich etwas. Einstuerzende Neubauten sind seit den frueher 80ern sehr beruehmt fuer ihre ungewoehnlichen Klaenge. Deren neuere CD "Perpetuum Mobile" ist waermstens zu empfehlen. Jedenfalls hat der Leadsaenger und Stueckeschreiber Blixa Bargeld Peking zu seinem Zuhause gemacht. Letztes Wochenende gab er ein paar Videos und ein wenig Musik zum Besten. Der Club auf dem Gelaende des einzigen Autokinos in Peking war rappelvoll. Ich habe kurz ueberlegt, wie spricht man den Herrn Leadsaenger an? Herr Bargeld? klingt irgendwie holperig. Blixa? klingt zu vetraut. Auf jeden Fall meinte er, dass er die Absicht hat, in den naechsten Jahren hier zu wohnen und man spuert schon, wie es irgendwie guttut.
Vielleicht noch eine kleine Geschichte dazu:
Ich habe das Konzert fast komplett verpasst. Ich kam nur noch gerade rechtzeitig um ein paar Worte mit Blixa Bargeld zu wechseln. Vorher, auf dem Weg zum Konzert haben ein paar Freunde und ich einen kleinen Kaffe im Starbucks zu uns genommen. Bei der Gelegenheit hatte ich meine Leica dort ueber die Stuhlehne gehaengt - und prompt vergessen. Als wir das Konzert erreichten, fiel mir auf, dass ich meine Kamera nicht bei mir hatte. Zurueck zu Starbucks (20 min Taxifahrt) man kann sich vorstellen, wie ich mich fuehlte... Ist schon das 2. Mal, dass ich das Ding liegenlasse.

Aber eine treue Seele hat meine Leica am Tresen abgegeben. Ist das zu fassen? Hiermit bedanke ich mich beim unbekannten Finder!


Anbei ein paar Fotos der Praesentation der neuen DVD "Grundstueck" in der "2 Kolegas" Bar / Peking.
Eintritt war Frei.
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Fotos

[ganz alltaeglich]
Am Wochenende bin ich mit meinem alten russischen Zenith-Spiegelreflexpanzer losgezogen. Ich habe da letztens ein Weitwinkelobjektiv mit 20mm gefunden und draufgeschraubt. Hier also ein paar Fotos von der Baustelle am beruehmten Kneipenviertel Sanlitun...
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Sunset gestern Abend

[ganz alltaeglich]
Blick ueber Peking nach Sued-Westen...

Ein Wort zum Klima in Beijing:
Im Sommer leben wir in Peking mit ueber 40 Grad Celsius (45 kommt schon mal vor) und sehr hoher Luftfeuchtigkeit.
Im beginnenden Winter, so wie jetzt gerade, haben wir deutlich unter Minus 10 Grad (-10C) und sehr trockene Luft. Dazwischen geniessen wir etwa einen Monat Herbst, und einen Monat Fruehling. Ich uebertreibe da kaum.

Es gibt nichts besseres fuer die Haut ab 40...


Sunset Beijing

Baumschlager & Eberle

[Architektur + Stadt]
Um manche Architekturprojekte wird viel Wind gemacht. Ist ja auch wichtig. Ein Bureau hat mich aber im letzten Jahr positiv ueberrascht, weil die nicht viel reden, sondern einfach bauen - und dies mit sehr beachtlichem Erfolg. Baumschlager & Eberle hat ein Wohnhochhaus Projekt fertiggestellt, MOMA, welches in kurzer Zeit zu einem Verkaufsschlager wurde. Dieses Projekt wurde mit deutlich geringeren Baukosten erstellt, als durchschnittlich ueblich, und es wird zu einem deutlich hoeherem Preis verkauft. Es scheint, dass die Rechnung des chinesischen Projektentwicklers aufgegangen ist. Vernuenftige Planung, hochwertige Auststattung, effizientes Energiesystem und Qualitaet zahlt sich aus. Da mich dies Projekt neugierig gemacht hat, habe ich das Bureau Baumschlager & Eberle in Peking besucht und mich mit dem Projektleiter Herr Andreas Thomczyk unterhalten.

Frage: Was macht den Erfolg von Baumschlager & Eberle mit MOMA aus?

Antwort:
Man habe in der engen Zusammenarbeit mit dem chinesischen Projektentwickler ein erfolgreiche Strategie entwickelt. Mit solider guter Planung, auf die jeweiligen Gegebenheiten angepasst, kann man hohe Qualitaet umsetzen und trotzdem guenstig Bauen. Schon beim Entwickeln der Details, zum Beispiel muss sich der Architekt klar darueber werden, was auf der Baustelle dann tatsaechlich moeglich ist - es gibt hier keine gelernten Handwerker. Baumschlager & Eberle arbeitet ausserdem eng mit GMI, einem vorarlberger Haustechnikbureau zusammen. Man teilt sich die gemeinsamen Raeumlichkeiten - welche uebrigens sehr angenehm grosszuegig sind.

Der Schluessel zum anfaenglichen Erfolg liegt ganz sicher in der Zusammenarbeit mit dem chinesischen Projektentwickler. Der hat erkannt, dass sich Qualitaet als Marketing-Tool benutzen laesst. Aus dem erfolgreichen Projekt MOMA haben sich eine Reihe neuerer Projekte ergeben. MOMA ist ein gutes Beispiel fuer sehr urbanes Wohnen - mitten in der Stadt, im neuen Verkehrszentrum von Peking. Dongzhimen Traffic Hub. Diese Gegend liegt im engeren Innenstadtbereich, und ist durch den neuen Verkehrsknotenpunkt direkt mit dem Flughafen verbunden. Das neuere Projekt am Stadtrand, Shandi-MOMA, wird zeigen, ob sich der Erfolg auch dort umsetzen laesst. Dort wurde heute Samstag den 3.12 2005 der Verkaufspavillon eroeffnet. Der Architekt war anwesend. (siehe Bilder)

Ein weiteres Wohnprojekt am aeusseren Stadtrand im Nord-Osten von Peking ist gerade in Planung. Hier will der Auftraggeber ein System von individuellen Erdwaermeheizungen anbieten.

Dies finde ich ziemlich beachtlich, weil in der Regel die Auftraggeber die hoeheren Initialkosten vermeiden um Gewinn zu maximieren. Hier scheint Baumschlager & Eberle einen guten Partner gefunden zu haben, der auch mal was ausprobieren moechte. Grundsaetzlich ist Ressourcenschonen und Energiesparen ein grosses Thema hier, aber so richtig mal ausprobieren will dann doch keiner. Bei diesem Auftraggeber scheint es zu klappen.

Nun hoffe ich darauf, dass der ganz normale chinesische Marktmechanismus greift, und die Idee mit Qualitaet und Energiesparkonzepten fleissig kopiert wird.

Ich bin gespannt wie es weitergeht. Bleiben Sie dran.
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